Sonntag, 22. September 2013

Ausstellungstipp: Kunst & Textil



 




















 


[Foto: Hatje Cantz]


Kunst & Textil – Stoff als Idee und Material in der Moderne von Klimt bis heute
Kunstmuseum Wolfsburg
12. Oktober 2013 bis 2. März 2014
Kein Stoff, kein Material, keine Technik vermag unser sinnliches wie auch mentales Dasein so universell zu berühren, wie das Textile und das gerade in einer Zeit, die durch die zunehmende Virtualisierung immer unsinnlicher zu werden droht. Das Textile mit seinem über Jahrtausende weltweit entwickelten Reichtum an Webarten und Texturen ist das ideale Medium, diesem Bedürfnis nach Sinnlichkeit nachzukommen.

Mit einer historisch weit gespannten Ausstellung widmet sich das Kunstmuseum Wolfsburg erneut einem Lebens-Thema aus Sicht der Kunst: multimedial, interdisziplinär und die verschiedensten Kulturen umfassend. Nach Interieur/ Exterieur 2008 und Die Kunst der Entschleunigung 2011 ist dies eine weitere Etappe auf der Suche nach der Moderne im 21. Jahrhundert, die das Museum im Jahre 2006 begann.

Rund 170 Exponate von über 80 Künstlern umfasst diese groß angelegte Ausstellung, darunter hochkarätige Gemälde von Gustav Klimt, Vincent van Gogh, Edgar Degas, Henri Matisse, Paul Klee und Jackson Pollock. Gezeigt werden auf rund 2700 Quadratmetern Ausstellungsfläche aber auch Artefakte, die keine namentlichen Schöpfer kennen, wie etwa ein gewobener Stoff aus dem alten Peru aus der Sammlung von Anni Albers. [Text: Museum; gekürzt]

www.kunstmuseum-wolfsburg.de

www.hatjecantz.de

Freitag, 20. September 2013

Eventzone Küche

Eine Küche, in der man kochen kann? Das wäre schön. Doch leider stelle ich immer wieder fest: Design folgt nicht immer der Funktion. Jedenfalls bei einigen Küchenherstellern. Boffi ist solch ein Beispiel. Zugegeben, das Design der passionierten Italiener ist ganz wunderbar. Aber was soll man sagen zu einer Arbeitsplatte, die nur sehr bedingt arbeitstauglich ist? Und zwar deshalb, weil sie über einen fingerbreit hochgezogenen Rand aus Edelstahl verfügt. Ein wunderbares Sammelbecken für Salatblätter, Krümel & Co. Gut, mag man sagen, wer sich eine Küche wie das Modell k20 leisten kann, putzt und kocht sowieso nicht selbst. Wahrscheinlich genau wie der Mann, der eine Küche von Porsche zuhause hat. Passend zum schnittigen Sportwagen sozusagen. Zusammen mit Poggenpohl ist der ultimative Männertraum wahr geworden: die Küche als zweite Werkstatt des Großstadt-Cowboys. Mit einem Rahmen aus Aluminium (Stichwort Karosseriebau!), einer multifunktionalen Lichtanlage und einem High-Tech-Audio-Video-System. Dagegen wirken die Ideen anderer Hersteller unschuldig und geradezu bieder. Warendorf beispielsweise hat Philippe Starck vertraut. Der hat nicht lange gefackelt und sich eine Küche samt Bibliothek ausgedacht. Goethe und Schiller würden sich wundern, aber nun sind sie mittendrin im Kochgeschehen. Das findet fortan nämlich nicht mehr in der Küche, sondern im Wohnzimmer statt. Denn die Hippster dieser Welt haben schon lange die Nase voll. Nein, seltsamerweise nicht von überteuerten Designerküchen. Sondern von funktionalistischen Küchenkammern wie man sie noch in den fünfziger Jahren liebte. Deshalb werden Wände eingerissen, Küchenmöbel und Geräte verschrottet. Klotzen statt kleckern heißt dabei die Devise. Und deshalb wird man selbst als Hobbykoch heute nicht mehr ernst genommen ohne Dampfgarer, Teppanyaki und Weinlagerschrank. Von frei schwebenden Küchenschränken, sich vollautomatisch öffnenden Schubladen und Arbeitsflächen aus satiniertem Glas einmal ganz abgesehen. Das ist doch alles nicht ganz gar? Stimmt. 

Claudia Simone Hoff

 

Donnerstag, 19. September 2013

Lesetipp 2: Der Bungalow als Bühne



 












[Foto: Annette Kiesling; Designlines]

Das Berliner Architekturbüro bfs d hat ein Atriumhaus des Architekten Eduard Ludwig umgebaut. In den fünfziger Jahren anlässlich der Interbau 57 im Berliner Hansaviertel entstanden, glänzt der Flachdach-Bungalow heute mit einem luftigen Interiordesign, das auf Möbelklassiker setzt. Weiterlesen:

www.designlines.de

Lesetipp 1: Ferien im Kalkwerk
















[Foto: Hotel; Designlines]

Einsam ist es hier. Vereinzelte Kiefern liegen verstreut in den Dünen. Hinter dem weißen Sandstrand türmen sich Kalkberge auf wie Vulkane. Im Nordosten der schwedischen Insel Gotland hat sich der Fotograf und Unternehmer Johan Hellström einen Traum erfüllt: Er verwandelte ein ehemaliges Kalkwerk in ein kuscheliges kleines Hotel mit Designanspruch. Weiter zum Artikel:

www.designlines.de

Dienstag, 17. September 2013

Unterwegs auf der Macef 09/ 2013 [Mailand]




























[Fotos: C. Hoff]

Am Sonntag ist in Mailand die September-Ausgabe der International Home + Bijoux Show Macef zu Ende gegangen. Zu sehen gab es neben Schmuck, Gartenmöbeln und Handwerklichem auch viel Tableware. Unter den Ausstellern in Halle 15 stachen vor allem die Italiener heraus. Alessi war mit einem großen Stand präsent und präsentierte einen Entwurf von Alessandro Mendini, der schmunzeln lässt: einen Korkenzieher in Form eines Pinocchio. Lange Nase inklusive. Schön waren auch Ringe, Colliers und Armbänder von Mario Trimarchi (passend zum Messethema!) und das architektonisch anmutende Tablett Alice von Odile Decq. Gleich gegenüber von Alessi hatte Seletti seinen Stand aufgebaut, der erneut mit schön Skurrilem erstaunte. Totenköpfe aus Porzellan, eine Vase, die aussieht wie ein Paar Gummistiefel (die aber aus Porzellan ist) und Regale in Form der Bremer Stadtmusikanten. Erholen von all diesen Dingen konnte man sich übrigens bei strahlendem Sonnenschein. Und ein Cappuccino ließ dann auch vergessen, dass Bella Italia zuweilen ganz schön chaotisch ist.

www.macef.it

Freitag, 6. September 2013

Vitra übernimmt Artek





 











 

[Fotos: Vitra/ Artek]

Die Bombe ist geplatzt! Heute hat Vitra den finnischen Möbelhersteller Artek übernommen. Keine schlechte Idee, gesellen sich die Klassiker von Alvar Aalto und anderen skandinavischen Designern doch nun zu den Designikonen von Eames, Prouvé, Panton & Co. „Vitra hegt schon seit Jahrzenten große Hochachtung für Aalto und Artek“, erklärt Rolf Fehlbaum, Mitglied des Verwaltungsrats von Vitra. „Das finnische Design-Unternehmen ist mehr als nur eine Möbelsammlung: Wie auch Vitra, ist es ein kommerziell-kulturelles Projekt, das in seinem Bereich eine Vorreiterrolle innehat. Für Vitra ist es wichtig, dass Artek diese Rolle fortführen und weiterentwickeln kann.“

Artek wurde 1935 vom Architekten Alvar Aalto und seiner Frau Aino Aalto, der Kunstförderin Maire Gullichsen und dem Kunsthistoriker Nils-Gustav Hahl mit der radikalen Geschäftsidee gegründet, „Möbel zu verkaufen und durch Ausstellungen und andere bildende Maßnahmen eine moderne Wohnkultur zu fördern". Aufbauend auf den von Alvar Aalto geschaffenen Grundlagen ist Artek heute einer der innovativsten Protagonisten des modernen Designs.

www.artek.fi 


Donnerstag, 5. September 2013

Unterwegs auf der IFA 2013

































[Fotos: C. Hoff]

Ein Waffeleisen, das aussieht wie ein Koffer (Bodum)? Ein Zauberstab, der den Namen gewechselt hat und in Edelstab umgetauft wurde (WMF)? Waschmaschinen, deren Bedienleiste quasi unsichbar ist (Miele)? Staubsauger, die in den Farben von Opi-Nagellack lackiert wurden (AEG)? Das alles ist zu sehen in Berlin, wo morgen die Internationale Funkausstellung (IFA) ihre Tore für das Publikum öffnet. Dafür wurde heute noch emsig gewerkelt und gebaut - riesige Messestände waren im Entstehen und einige auch bereits fertig. Ich war schon heute in den Hallen unterwegs und habe mich bei Herstellern wie Bodum, Electrolux, WMF, Miele oder Siemens nach neuen Produkten und Trends im Bereich Home Appliances umgesehen. Spannend, was wir demnächst so alles in unseren Wohnungen stehen haben werden ...

http://b2c.ifa-berlin.de