Dienstag, 29. September 2015

Give me fire! [Spectre by S.T. Dupont]



























[Foto: S.T. Dupont]

007 schreibt und raucht. Alles mit Stil, natürlich. Zum neuen James-Bond-Film Spectre, der in Deutschland im November in die Kinos kommt, lanciert die französische Manufaktur S.T. Dupont Feuerzeuge, Zigarrenschneider und Schreibgeräte. Wirbel, Loch und Streifen sind das gemeinsame Designmerkmal. Kosten für das Feuerzeug: 1200 Euro.

Das habe nur ich!



















[Fotos: Benita von Bemberg, München © Münchner Stadtmuseum]


Das habe nur ich! Über Sammellust und Liebhabereien
Münchner Stadtmuseum, München
Bis 10. Januar 2016

Die Ausstellung bietet 750 Quadratmeter Einblicke in private und museale kunst- und kulturhistorische Sammlungen. Anhand von über tausend Objekten werden Liebhabereien, wird die Lust zu sammeln sichtbar. Ein Sammler liebt abenteuerliches Suchen, ist glücklich, wenn er gefunden hat, wonach er gesucht hat, hebt das soeben Erworbene sorgsam auf, vergleicht es mit dem, was er schon hat, integriert es in seine Sammlung und freut sich an seinem Besitz. In Form von Stillleben und Interieurs inszeniert die Ausstellung nicht nur typologisch verwandte Werke der freien und angewandten Kunst, sondern informiert auch über die verschiedenen Motivationen der einzelnen Sammler. Anhand neuester Statistiken und soeben geführter Interviews werden 33 Positionen vorgestellt. Der Bogen spannt sich vom locker gehandhabten Sammelsurium bis zur wissenschaftlich exakten Kategorisierung, vom Ansporn zu retten, was bedenkenlos weggeworfen wurde, bis hin zu Überlegungen, die auf eine ökonomische Wertsteigerung von Kunstobjekten zielen.

Sammelgebiete variieren wie die Motive der Sammler. Sie reichen von abstrakt dekorierten Kakaokannen der 1930er Jahre bis zu kunstvoll gestickten Textilien aus dem Bazar von Istanbul, von farbenfroher Glaskunst aus Nancy um 1900 bis zu platt gefahrenen Getränkedosen, deren zufällige Verformung als ästhetische Qualität geschätzt wird. Am Ende der Ausstellung wird die rekonstruierte Wohnung eines Sammlers zitiert, der sich auf Dinge aus der Zeit der 1950er Jahre spezialisiert hat. Seine gesamte Wohnung ist voll von Sachen aus der Wirtschaftswunderzeit. Er hat sie über Jahre hinweg auf Flohmärkten entdeckt, erworben und bei sich zuhause aufgehoben und gezeigt. [Text: Museum]

www.muenchner-stadtmuseum.de

Samstag, 26. September 2015

Ausstellungstipp: Badekultur und Körperkult



























[Fotos: Plakatsammlung, Museum für Gestaltung, Zürich]

Museum für Gestaltung, Zürich
Schweizerischen Nationalbank
Fraumünsterstrasse/Stadthausquai, Zürich
Bis 9. November 2015

In den 1930er-Jahren – mit Eröffnung der großen Volksbäder – war es Männern und Frauen aller Gesellschaftsschichten erstmals erlaubt, das gemeinsame Baden zu genießen. Nicht von ungefähr blühte in diesen Jahren die Werbung für Strandbäder und Schwimmbecken und legitimierte die Darstellung des weiblichen Körpers. Teils bereits sehr erotisch-freizügig, zeigen andere Plakate zunächst noch sehr androgyne Frauenbilder. Viele der Plakate jener Jahre erweisen auch der Schweizer Bäderarchitektur Hommage, die oftmals dem „Neuen Bauen“ verpflichtet war. Durch den Verzicht auf aufwändige architektonische Spielereien waren Errichtung und Unterhalt der Volksbäder günstiger, was sich auf die Eintrittspreise auswirkte. Heute hat die Fotografie die Illustration im Plakat weitgehend abgelöst. Zudem ist Bäderwerbung nur noch selten aufzufinden, der sommerliche Badegenuss zur Selbstverständlichkeit geworden. Dennoch bleiben die Zutaten dieselben: leuchtend blaues Wasser und verführerische Badenixen. [Text: Museum]

www.museum-gestaltung.ch

Mittwoch, 23. September 2015

Making of ... Parrot Collection [Lladró]
























[Fotos: Lladró]

Alles handgemacht! So wird aus dem Werkstoff Porzellan ein putziges Vögelchen, das ziemlich naturgetreu aussieht, so als würde es gleich davon fliegen. Entworfen hat es Jame Hayon für den spanischen Porzellanhersteller Lladró, hergestellt wird es in der Fabrik Valencia.

www.lladro.com

www.hayonstudio.com

Endlich zuhause ...



























[Foto: C. Hoff]

... ist mein Vögelchen aus der Parrot Collection von Jaime Hayon für den spanischen Porzellanhersteller Lladró. Fotografiert wurde das putzige Ding an einem Berliner Frühherbsttag auf meinem Balkon in Schöneberg.

Dienstag, 22. September 2015

Manufakturentag bei KPM [Berlin]































[Fotos: C. Hoff]

Pommesschale mit Kurland-Relief, Becher & Karaffen in Pastelltönen, doppelwandiger Kaffeefilter: Am Samstag gab es bei KPM alle Neuheiten des Berliner Porzellanherstellers zu sehen, fein arrangiert mit Zeichnungen, Modellen, Prototypen, Möbeln von Enzo Mari (der mal für KPM gearbeitet hat). Eingerahmt von jeder Menge Manufakturen wie Rotter, Roeckl, Volker Lang, Graf von Faber Castell, Burmester und daVinci. Schön, mal wieder herumzustöbern und handwerkliches Können zu bestaunen, denn vor Ort waren auch ein paar Handwerker.

kpm-berlin.com

www.handmade-in-germany.org

Montag, 21. September 2015

Buchtipp: Eva Rossmann/ Fadenkreuz [Folio Verlag]






















[Foto: Folio Verlag]

Das vietnamesische Restaurant in Wien heißt „Langes Leben“. Doch dann wird die Besitzerin Hanh auf offener Straße erschossen. Boulevardzeitungen spekulieren über „Ausländerfehden“ und Schutzgeld. Rechtsradikale sind über die Veränderung ihres ehemaligen Stammlokals wütend. Oder hat der Mord mit der jungen Näherin Vui zu tun, die nach Österreich geflohen ist, weil sie illegale Streiks organisiert und brisantes Material über ihre Textilfabrik gesammelt hat?

„ALLES GUT!“ steht auf den T-Shirts eines Markenkonzerns: Zwischen Wien, Hanoi und der ehemaligen Baumwollspinnerei in Leipzig erfahren die Journalistin Mira Valensky und ihre Freundin Vesna Krajner, dass dem nicht so ist.

www.folioverlag.com

Samstag, 19. September 2015

Fundstück: Wandhaken [by Lassen]


























[Fotos: by Lassen]

Für Mäntel, Handtücher, Taschen & Co.: Dekorativ und praktisch sind diese Wandhaken des dänischen Labels by Lassen. Eine Schlaufe aus festem Leder wird kombiniert mit einem runden Haken aus Metall, der gleichzeitig als Wandaufhängung dient. Meine Lieblingsvariante? Alles ganz in Schwarz.

bylassen.com
 

Donnerstag, 17. September 2015

Russisches Sparprogramm
















[Foto: INT2architecture; Designlines]

62 Quadratmeter und 10.000 Euro: In Sankt Petersburg hat das Architekturbüro INT2architecture auf kleiner Fläche ein großzügiges und individuelles Interior geschaffen – mit cleveren Raumlösungen, DIY-Elementen, günstigen Materialien und jeder Menge anderer guter Ideen. Weiterlesen:


Mittwoch, 16. September 2015

Die Porzellanmacher [Lladró]






































[Fotos: C. Hoff]

Geschickte Finger formen winzig kleine Blüten aus Porzellanmasse. Mal zusammengebunden zu einem bunten Strauß oder hundertfach verteilt über Oberkörper und Gesichter von Figurinen. Zerbrechlich, wie auch die Federn der Kanarienvögel und der Kakadus, die gleich loszuzwitschern scheinen. Kugelrunde Gesichter schauen heraus aus goldenen, eng anliegenden Kopftüchern. Matroschkas, nicht ineinander gestapelt. Ein Hund spielt mit Marshmallows, der andere hat eine Lakritzstange ums Maul gehängt. Eine Frau schaukelt auf einer Blumengirlande und scheint einem Boucher-Gemälde entlehnt. Jaime Hayons Porzellanwesen mit Astronauten-Vogelkopf hält den Stab mit dem roten Herzen, auf das die Taube schaut. Und hat seine Beine lässig übereinander geschlagen. Menschen stehen in nackten Räumen und arbeiten. Sie formen Skulpturen, nehmen hier und da etwas weg von der Masse, geben hier und da etwas hinzu. Sie bemalen den Schweif eines Pferdes, in Brauntönen und mit geübtem Griff. Sie geben Porzellanmasse in die Formen. Getrocknet und aufgebrochen, kommen Arme, Beine, Rümpfe und Köpfe hervor. Zusammengesetzt dann die Überraschung: eine Nixe, die verzückt nach draußen schaut. Dort Fabrikhallen, Palmen, Tennisplatz und Pool. Flirrende Hitze, blauer Himmel mit Schönwetterwolken. Ein Hochhaus im Streamline Style. Es sieht aus wie in Miami Beach. Und doch wir sind in Spanien, bei Lladró in Tavernes Blanques.

www.lladro.com

Am Ende der Straße [Lladró]





























[Fotos: C. Hoff]

Eine schmale Gasse, unweit von Valencia. Schattenspiele auf den Fassaden, ockerfarben. Ruhe. Ein Haus ragt empor zwischen den anderen. Füße scharren auf dem wunderbaren Fliesenboden. Flügeltüren aus Holz, kurze Betten, gehäkelte Vorhänge, ein Jesuskind an der Wand. Wie im 19. Jahrhundert. Im schattigen Patio steht noch der alte Ofen. Hier brannten die drei Lladró-Brüder ihre ersten Stücke. Experimentierten, werkelten, versuchten. Pinsel und Tusche. Bozzetti, kunstvoll geformt, werden später zu Stücken aus Porzellan. So wie es auch heute noch ist.