Mittwoch, 31. Dezember 2008

Dienstag, 16. Dezember 2008

Lesetipp: Schöner wohnen?






[Fotos: Designlines/Kunstmuseum Wolfsburg]

Zugegeben: Hier könnte man entspannt den Abend verbringen. Verner Pantons poppige und farbenfrohe Installation „Phantasy Landscape. Visiona 2“, die irgendwo zwischen Möbelstück und Raum changiert, lädt ein zum Ausspannen, Kuscheln und Herumtoben. Probeliegen in diesem Gebilde aus den Swinging Sixties kann der Besucher in der Ausstellung „Interieur Exterieur. Wohnen in der Kunst“, die derzeit im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen ist. Zum Artikel:

Samstag, 6. Dezember 2008

Ausstellungstipp: Das Sandmännchen ist da!




[Fotos: Museumsstiftung Post und Telekommunikation/RBB]

Bis zum 22. Februar 2009 läuft im Frankfurter Museum für Kommunikation die Ausstellung "Das Sandmännchen ist da!"

Im Wettstreit mit der ARD gelingt dem Deutschen Fernsehfunk 1959 ein Coup im Kampf um die mediale Vorherrschaft in deutsch-deutschen Wohnzimmern: Acht Tage vor der westdeutschen Konkurrenz flimmert erstmals ein DDR-Sandmännchen über die Fernseher. Mittlerweile schickt der Ost-Sandmann seit fast 50 Jahren Generationen von Kindern zu Bett. Dem West-Sandmann war kein so langes Leben beschert, dennoch haben beide Sendungen Generationen von Kindern geprägt. Fast vergessen ist, dass 1962 für wenige Wochen der Hessische Rundfunk ein eigenes Sandmännchen in Schwarz-Weiß ausgestrahlt hat, das vor der Frankfurter Kulisse seine Gutenachtgeschichte zeigt.

Die Ausstellung zeigt originale Requisiten und Puppen aus der Trickproduktion von Ost- und West-Sandmännchen, darunter Stücke aus dem legendären Fuhrpark des DDR-Sandmanns und Relikte aus der BRD-Produktion. In zahlreichen Filmausschnitten lassen sich ausgestellte Objekte wieder finden. Ein besonderer Höhepunkt ist das Miniatur-Trickfilmstudio in dem Kinder und Jugendliche ihren eigenen Sandmann-Film herstellen und als Daumenkino mit nach Hause nehmen können. [Text: Museum]

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Lesetipp: Mondäne Großstadt-Sinfonie







[Fotos: Designlines/"Ma Tim Raue"]

Ein Pferd in einem Restaurant? Doch, das gibt es. Auch wenn es chinesisch, uralt und noch dazu aus Stein gefertigt ist. Es steht mitten in Berlin, in bester Lage am Brandenburger Tor an der Ecke Wilhelm- und Behrenstraße. Dort hat der Star-Koch Tim Raue ein Restaurant eröffnet, das von der Berliner Interior-Designerin Anna Maria Jagdfeld, die auch das Adlon-Hotel ausstattete, gestaltet wurde. Auf der Südseite genau dieses Hotels liegt das Restaurant „Ma Tim Raue“, das dem neugierigen Gast innovative chinesische Küche bietet. Genau dort – im edel gestalteten Gastraum – steht das Tonpferd aus der Zeit der chinesischen Han-Dynastie. Weiter zum Artikel:

Buchtipp: Domus – The quintessential works of Modernism






[Fotos: Taschen Verlag]

Zugegeben, in Zeiten von Internet und ePaper mag es beinahe anachronistisch erscheinen, ein zwölfbändiges, jeweils über 500 Seiten umfassendes Werk auf den Buchmarkt zu werfen. Doch der in Köln ansässige Taschen Verlag ist dieses Wagnis eingegangen und hat zahlreiche Ausgaben der legendären italienischen Zeitschrift „domus“ nachgedruckt. 33 Kilogramm ist dieses Prachtwerk schwer und ein schöner Bilderfundus allemal.

„Domus“, 1928 vom Mailänder Architekten Gio Ponti gegründet, gilt bis heute als eine der wichtigsten Kunst-, Architektur- und Designzeitschriften überhaupt. Und so werden die Artikel auch in ihrer ursprünglichen Anmutung abgedruckt. Für den Architektur- und Design-Afficionado ist alles dabei, was in der Zeitspanne von 1928 bis 1999 gestalterisch von Bedeutung war: Art Déco, International Style, Funktionalismus, Nachkriegsmoderne, Pop, Postmoderne und das Architektur- und Designgeschehen der 1990er Jahre. Jeder der nach Jahrzehnten unterteilten Bände beginnt mit einer Einführung, die von bedeutenden Persönlichkeiten der Zeit verfasst wurde. So beispielsweise von Mario Bellini und Alessandro Mendini, die beide als Redakteure bei „domus“ tätig waren. Und auch wer der italienischen Sprache nicht mächtig ist, verpasst nichts, wurden die Artikel doch ins Englische übersetzt.

Band II der Reihe („Destruction und Reconstruction“) behandelt den Zeitraum von 1940 bis 1949, umfasst also Faschismus, Zweiten Weltkrieg und Zerstörung, aber auch Wiederaufbau und Demokratisierung in Europa. Neben Häusern am Meer, Geschäftseinrichtungen, Schreibtischen und Stühlen, vorfabrizierten Häusern, Vasen, Kannen und Elektrogeräten werden Architektur- und Designentwürfe von Giuseppe Terragni, Walter Gropius, Richard Neutra und Max Bill vorgestellt. Als Vertreter des organischen Designs schreibt der finnische Architekt und Designer Alvar Aalto den Aufsatz „Architettura e arte concreta“ in der „domus“ von Oktober/Dezember 1947.

Zwar halten die einzelnen Bände aufgrund ihres Gewichts nicht unbedingt dazu an, sich schmökernd mit ihnen auf einer Wiese niederzulassen, jedoch geben sie einen hervorragenden Einblick in die jeweilige Epoche. Schön ist neben den dort gezeigten Architektur- und Designikonen, mehr oder minder bekannten Preziosen auch das zeitgeistige Grafikdesign. Oder die im Heft geschaltete Reklame, Olivetti sei Dank.

[Claudia Simone Hoff]


Domus. 1928 – 1999. Herausgegeben von Charlotte und Peter Fiell. Köln et. al. (Taschen Verlag) 2006. 12 Bände mit jeweils etwa 500 Seiten mit schwarz-weißen und farbigen Abb., Italienisch/Englisch, 32,2 x 23 x 4,8 cm, € 49,99 je Band