Sonntag, 29. März 2009

Webtipp: Florenz und die Flut von 1966



[Foto: Kunsthist. Institut in Florenz]

Die Flut von 1966 in Florenz und ihre Auswirkungen auf unschätzbare Kunstwerke wird hier dokumentiert:

Reisetipp: Gut gebettet







[Fotos: Designlines]

Bequem zurückgelehnt in kuschelweiche Federbetten gebettet einen Film anschauen – das kann man in Luzern. Das wäre an sich noch nichts Besonderes, handelte es sich um ein gewöhnliches TV- oder DVD-Gerät. Aber hier läuft der Film an der Decke des Zimmers ab, denn wie ein barockes Gemälde ergießt sich die Filmszene über den Gast. Erdacht hat sich diesen gestalterischen Clou der französische Architekt und Pritzker-Preisträger Jean Nouvel für das Boutique-Hotel „The Hotel“. Zum Weiterlesen:

Webtipp: The impossible Project



[Foto: Stefanie Schneider/Lumas]

Für den Erhalt der analogen Fotografie kämpft dieses Projekt:

http://www.the-impossible-project.com/

Samstag, 21. März 2009

Ausstellungstipp: Vorspannkino



[Foto: KW]

Noch bis zum 19. April 2009 läuft in den Berlin Kunstwerken (KW) die Ausstellung "Vorspannkino".

Eine atemberaubende Schönheit im schwerelosen Raum. Gleich einem Feigenblatt verhüllen die auf- und abtauchenden Schriftzüge die sich allmählich Enthüllende. In paradiesischer Nacktheit schwebt Barbarella zum Höhepunkt des Vorspanns.Schattenhaft tauchen aus dem Dunkel zerklüftete Formen auf. Im Rhythmus der ätherischen Klänge einer Geige werden zerrspiegelartig Gesichtsöffnungen offenbar. Der Blick bohrt sich tief hinein in das Schwarz eines aufgerissenen Schlundes, der den Titel Seconds zu verschlingen droht.

Die außergewöhnliche Herausforderung, Schrift, Bild und Ton zu verbinden und gleichzeitig in ein Thema einzuführen, ohne es bereits vorweg zu nehmen, hat zur Entwicklung eines stilprägenden Genres geführt. Die Ausstellung VORSPANNKINO würdigt erstmals mit über 50 Vor- und Abspannen diese eigene filmische Form.Aus dem Schwarz heraus taucht langsam das Gesicht einer Frau auf. Es erscheint reglos. Plötzlich zuckt der leinwandgroße Mund zusammen, während die Musik in hypnotischen Rhythmen aufsteigt. Der Blick des Objektivs gleitet zu den Augen, die beunruhigend hin- und herschauen. Die Kamera fährt dicht an ihr rechtes Auge heran. Es weitet sich angsterfüllt. Das Bild färbt sich blutrot. Aus dem Inneren des Auges tritt der Filmtitel hervor. Eine Spirale dreht sich aus der Pupille heraus, wird größer und größer und füllt schwindelerregend das gesamte Bild – Vertigo.

Der Vorspann von Saul Bass zu Alfred Hitchcocks Vertigo zieht die Zuschauer schon vor Beginn der Handlung in seinen Bann – das „große Kino“ beginnt mit der ersten Sekunde des Films. Im Vorspann vermischen und verbinden sich die Ebenen der realen Filmproduktion und des fiktionalen Handlungsortes. Die Ausstellung VORSPANNKINO ermöglicht einen zeitgenössischen bildnerischen Blick auf das Phänomen.

Nur wenige Titeldesigner wie Saul Bass sind namentlich bekannt geworden. Bass hat bis zu seinem Tod 1996 neben Vertigo unter anderem die Eröffnungssequenzen für Hitchcocks Psycho, Otto Premingers Bunny Lake is Missing und John Frankenheimers Grand Prix geschaffen. Als sich Mitte der 1950er Jahre die Filmgesellschaften verpflichteten, alle beteiligten Künstler im Vorspann zu nennen, waren es vor allem Saul Bass, Wayne Fitzgerald und Maurice Binder, die diese rechtliche Vorgabe als erweiterten Raum begriffen. Die Einbindung der zahlreichen Namen und die dadurch gewonnene Filmzeit schufen größere Möglichkeiten origineller Gestaltung. Bis heute reicht die Bandbreite der Eröffnungssequenzen von rein grafischen Lösungen über typografische Fassungen bis hin zu selbständigen Filmen mit eigenen Geschichten. Überdies wird der Vorspann auch als dramaturgisches Mittel innerhalb des Films eingesetzt: Nach dem direkten Einstieg in die Filmhandlung wird diese durch die Titelsequenz unterbrochen und erfährt ihren ersten dramaturgischen Höhepunkt im Vorspann selbst. Wegweisend und stilprägend war Mitte der 1990er Jahre die Eröffnungssequenz von Se7en. Inspiriert von zerkratzten Titelbildern von Stan Brakhage schuf Kyle Cooper einen Prolog, der die Erzählung des Films und ihre Auflösung in verdichteter Form in Gänze vorwegnimmt. [Text: Museum]

http://www.kw-berlin.de/index.htm

Lesetipp: Die politischen Bilder und radikalen Ausdrucksformen der Suffragetten

Bilder der Heroisierung, des Martyriums und der Radikalität in der britischen
Suffragettenbewegung.

Über die Suffragetten berichtet Jana Günther in den "Kunsttexten". Hier zum Nachlesen:

Mittwoch, 18. März 2009

Lese- und Ausstellungstipp: Design in Kunststoff







[Fotos: Kestner Museum, Hannover]

Die Zeiten, in denen Kunststoff als billig und unelegant galt, sind endgültig passé. Denn schlendert man durch Kaufhäuser, Designläden und -showrooms, fällt es einem wie Schuppen von den Augen: überall Kunststoff in schillernden Farbklaviaturen und allerlei extravaganten Formen. Lampen, Stühle, Tische und vor allem Accessoires für die Küche wie Picknick-Sets, Eierbecher, Tabletts, Thermoskannen oder gar Besteck gibt es da. Das August Kestner Museum in Hannover ist auf Spurensuche gegangen und widmet dem Thema „Design in Kunststoff“ eine kleine Ausstellung, die sich auf die Zeitspanne von 1930 bis 1970 konzentriert. Klangvolle Namen aus der Welt des Designs wie Wilhelm Wagenfeld, Tapio Wirkkala oder Russel Wright sind hier versammelt. Weiter zum Artikel:

Montag, 9. März 2009

Produktvorstellung: Elements



[Foto: Royal Copenhagen]

Duftig-luftiges Porzellanservice der dänischen Designerin Louise Campbell für den Hersteller Royal Copenhagen. Auch in reinem Weiß erhältlich.


Freitag, 6. März 2009

Lese- und Veranstaltungstipp: Schwellenatlas



[Foto: Arch+]

Am 11.3.09 wird die nächste ARCH+ Ausgabe erscheinen, die in lexikalischer Form architektonische Schwellenelemente vorstellen und theoretisch diskutieren wird.

Der vorliegende „Schwellenatlas“ ist das umfassende Handbuch zur gebrauchsorientierten, kulturell und geschichtlich reflektierten Gestaltung von baulichen Ein-, Aus-, Durch- und Übergängen. Wann wird bei Entwurfsentscheidungen schon je in Betracht gezogen, wie ein automatischer Türschließer seine Nutzer diszipliniert, wie biometrische Zugangskontrolle den Körper fragmentiert oder was Spiegelglas über den Spätkapitalismus aussagt? Dabei verrät eine Auseinandersetzung mit den Hintergründen konkreter architektonischer Bauteile und technischer Gegenstände einiges über die Konventionen und Bedingungen gegenwärtigen Bauens.

Ausgangspunkt dieser Ausgabe ist eine Reihe von Forschungsseminaren über Mikroarchitekturen des Öffnens und Schließens, die an der Assistenzprofessur für Architekturtheorie am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) der ETH Zürich stattfanden. Mit einem interdisziplinären Ansatz, der aktuelle Untersuchungen zur anonymen Architektur mit Fragestellungen der Technik- und Kulturgeschichte verbindet, richteten die Seminare einen differenzierten Blick auf die Objekte der gebauten Umwelt und ihre Entstehungsgeschichte. Im vorliegenden Heft wird diese Recherche weiterentwickelt und zugespitzt: Ausgehend von spezifischen Bauteilen und technischen Apparaturen der Schwelle nehmen die Autorinnen und Autoren unterschiedliche Diskursfelder des Übergangs in den Blick, die das Verhältnis zwischen Innen und Außen gedanklich fassen und gleichzeitig die architektonische Praxis mitbestimmen.

Das Heft widmet sich der Frage, welchem Wandel die Konstruktion und Bedeutung baulicher Schwellen unterliegen und wie sich Raumauffassungen damit verändern.Die Beiträge sind alphabetisch geordnet. Ein Glossar erzählt Episoden der Technik- und Kulturgeschichte von 45 Schwellenelementen, die auf ihre Relevanz für die aktuelle architektonische und räumliche Praxis befragt werden. Zehn Autoren spannen den Bogen vom automatischen Türschließer über Drehtür, Fahrstuhl, Fenster, Jalousie, Körper-Scanner, Müllschlucker, Spiegelglas, Strichcode bis hin zum Telefon. Sie reflektieren die Zusammenhänge zwischen Architektur, Technik, sozialen und kulturellen Bedingungen und fragen damit nach dem Stellenwert von Diskursen über Privatheit, Hygiene oder Sicherheit für die Architektur. Interviews zeigen auf, wie unterschiedlich die Schwelle in den Kulturwissenschaften und in der architektonischen Praxis gedacht wird. Die Bildtafeln des Glossars dokumentieren an Schwellen generierte visuelle Informationen, Anweisungen für den Gebrauch, sowie bauliche Abwandlungen und Umdeutungen von Öffnungen. [Text: Arch+, gekürzt]

Programm zur Veranstaltung in der ETH Zürich:

http://www.archplus.net/files/Flyer_Schwelle_ETH_ARCH+.pdf

Donnerstag, 5. März 2009

Literaturtipp: Cum grano salis



1950 erschien in der Schweizer Zeitschrift "Das Werk" die Glosse "Cum grano salis: eine kleine Glosse zur schweizerischen Architektur" des Schriftstellers und Architekten Max Frisch. Vollständig nachzulesen unter:

Sonntag, 1. März 2009

Produktvorstellung: Anti-theft lunch bags





Für die kleinen Diebe im Büro ...

Lesetipp: Le Corbusiers Klaviatur der Farben







[Fotos: C. Hoff]

Die weiße Moderne hat sich irgendwie in unseren Köpfen festgesetzt, obwohl sie so weiß ja gar nicht war. Ganz im Gegenteil: Denken wir nur an die Bauhaus-Meisterhäuser in Dessau oder Bruno Tauts Onkel-Tom-Siedlung in Berlin – im Volksmund damals sinnigerweise als „Papageiensiedlung“ verspottet – dann wird eines rasch klar: Farbe ist aus der Architektur der klassischen Moderne nicht wegzudenken. Es war vor allem der Schweizer Architekt, Möbelentwerfer und Künstler Le Corbusier (1887 – 1965), der sich intensiv mit dem Thema Architektur, Interior-Design und Farbe beschäftigte. Weiter zum Artikel: