Freitag, 26. Februar 2010

Produktvorstellung: La Zaniezani von Richard Sapper


Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

Webtipp: Unhappy Hipsters - It's lonely in the modern world



This time it was “Mondrian: From Naturalism to Abstraction,” but at least the TV was finally on. [Foto: Chad Holder; Dwell, April/May 2005; Text: Unhappy Hipster]



It wasn’t that he didn’t have the room for a proper table; his apartment was nearly 2,000 square feet. No, he just needed something in his life that fit perfectly together. [Foto: Raimond Koch; Dwell; Text: Unhappy Hipster)

Donnerstag, 25. Februar 2010

Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

Nicht der

Der Zug rattert dahin. Über Städte, dann entlang des Flusses. Märchenland wie im Bilderbuch. Mit hohen steilen Klippen, die heraufzuklettern locken. Nichts, woran man sich festhalten könnte. Absturz möglich. Wie im Leben. Verworrene Gedanken und Gefühle rauschen durch meinen Kopf – Ablenkung durch Töne und Worte. Wahre Ablenkung nicht, eher Zerstreuung. Gefühle – Spannung, Neugier, Angst. Ort der Fremde – was erwartet mich? Oder anders – wer erwartet mich? Plötzlich kann aus dem Erträumten Wahrheit werden. Oder besser: Realität. Illusionen sind dann keine mehr. Fremde Welten verschwinden neben dem Zugfenster. Werden innerhalb von Sekunden wie nie gewesen. Ich schaue hinaus. Erdenke mir eine Wahrheit. Auf der anderen Seite der Scheibe: Kinder spielend vor sozialistischen Plattenbauten. Davor von der Müllabfuhr vergessener Unrat. Illusionslos. Ich fahre woanders hin. Registriere die äußere Realität mit offenen Augen. Schließe ich sie, komme ich anderswo an. Ankommen, irgendwo. Der Zug hält. Ausstieg. Alles sieht ganz anders aus als von mir erdacht. Straßen mit anderen Namen. Stadtplan ohne Sinn. Unmöglichkeit der Verständigung. Keine Sprache haben. Und dazu Angst vor Nicht-Erfüllung des Erdachten. Hinein in die Stadt. Tief nach unten. Geschwindigkeitsrausch. Fremde Gesichter und Biographien betrachtend. Fühle mich fremd. In dieser Stadt und in mir selbst. Hoch nach oben. Geschwindigkeitsrausch, dieses Mal in die umgekehrte Richtung. Schnell muss man sein, sonst kommt das Leben nicht mehr nach. Und man verliert sich in der Langsamkeit. Draußen der Versuch einer Orientierung. Ich komme an. Denke ich. Eine Fensterfront, in der sich der Fluss der Stadt spiegelt. Durch das Wasser hindurch sehe ich Menschen. Und finde nicht den, den ich suche.

[Text: C. Hoff]

Mittwoch, 24. Februar 2010

Veranstaltungstipp: Gesichter – Faces

Dienstag, 23.03.2010 bis Donnerstag, 25.03.2010
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Ein Symposium des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin

Das menschliche Gesicht hat viele Namen und Erscheinungsformen: Maske oder Persona, Abdruck oder Büste, Angesicht oder Antlitz, Mienenspiel oder Ausdrucksgebärde, Photographie oder Portraitgemälde ... Als Antlitz ist das menschliche Gesicht – mit Bezug auf die Gottesebenbildlichkeit – exklusiv, während mit den Expressions of the Emotions, so Darwin, die menschlichen Ausdrucksgebärden an der Welt der Kreatur teilhaben. Das Gesicht bewegt sich also in der Spannung zwischen ‚natürlicher’ und ‚übernatürlicher’ Bedeutung.

Im Zeitalter von digitaler Photographie, Morphing, medial-synthetischen Gesichtern und Gesichtschirurgie ist die Vorstellung vom Gesicht als einem ‚natürlichen’ Medium des menschlichen Ausdrucks und als Signum des Individuums endgültig ad absurdum geführt. Von hier aus öffnet sich der Blick zurück auf die Geschichte kultischer und medizinischer Praktiken, künstlerischer Konventionen, symbolischer Überschreibungen und medialer Produktionen, durch die das Gesicht immer schon mehr und auch anderes gewesen ist als ein natürlicher Ausdruck des einzelnen Subjekts.

Die Kultur- und Wissenschaftsgeschichte des Gesichts hat nicht nur eine Fülle facialer Darstellungen zum Vorschein gebracht, sondern auch unterschiedlichste Verfahren, in denen leibliche Spuren – als Ausdruck, Zeichen, Indikator oder Stigma – in ein deutbares Bild transformiert werden: von den Ab-Bildungen in der Religions- und Kunstgeschichte (Vera Icon, Totenmaske, Portrait) bis zur Rolle facialer Merkmale und Indikatoren in den empirischen Wissenschaften (Gesichtserkennung, Facial Action Coding System, elektromyographische Aufzeichnungen). Das Symposium soll die verschiedenen Perspektiven auf das menschliche Gesicht bündeln und das Gesicht als Effekt medialer, experimenteller und technischer Verfahren in Wissenschaft und Kunst untersuchen. [Text: ZfL Berlin]

Download:
Program and Abstract (english version)
Programm und Abstract (deutsche Version)

http://www.zfl-berlin.org/

Lesetipp: Leben! Sterben! – 200 Jahre Mexiko



[Foto: Du]

Heute erscheint die neue Ausgabe der "DU" mit dem Thema "Leben! Sterben! – 200 Jahre Mexiko":

http://www.du-magazin.com

Donnerstag, 18. Februar 2010

Lesetipp: Wunderbare Warenwelten - Ambiente 2010







[Fotos: Designlines/ C. Hoff]

Die weltweit größte Konsumgütermesse „Ambiente“ schloss gestern ihre Pforten. Fünf Tage lang konnte der Fachbesucher unzählige Standpräsentationen, Ausstellungen und Preisverleihungen besuchen sowie eine kaum zu bewältigende Menge an Produkten auf insgesamt 183.000 Quadratmetern Fläche bestaunen. Neben den Messebereichen „Living“ und „Giving“ war „Dining“ in den Hallen 1 bis 6 als Weltleitmesse für die Branchen Tisch, Küche, Hausrat und Genuss auf der Messe Frankfurt präsent. Für den Design-Afficionado stellte Halle 4 den Nabel der Welt dar, waren unter den Herstellern doch so illustre Namen wie Iittala, Alessi, Stelton oder Rosenthal vertreten. Zum Artikel:

Montag, 15. Februar 2010

Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

In Frankfurt: auf der Ambiente 2010













[Fotos: C. Hoff]

Lesetipp: When less isn't more







[Fotos: Designlines/ Camper]

Menschentrauben – Touristen und andere Neugierige – strömen aus der U-Bahn-Station Weinmeisterstraße. Genau diesen Ort in Berlin-Mitte hat sich der mallorquinische Schuhhersteller Camper ausgesucht, um ein Hotel samt Restaurant zu eröffnen: die Casa Camper. Von außen ein unspektakulärer rechtwinkeliger Klotz, der eigentlich nur durch die mit Zimmernummern versehenen Fenstern auffällt, leuchtet der Bau an der Straßenecke Rosenthaler- / Weinmeisterstraße in goldenen und weißen Tönen. Im Parterre kann der Gast im Restaurant „Dos Palillos“ speisen, das die französischen Designer-Brüder Ronan und Erwan Bouroullec gestaltet haben. Weiter zum Artikel:

Sonntag, 7. Februar 2010

Plastic Planet



[Foto: Plastic Planet]

Wir sind Kinder des Plastikzeitalters: vom Babyschnuller bis zur Trockenhaube, von der Quietscheente bis hin zum Auto. Plastik ist überall: In den Weltmeeren findet man inzwischen sechsmal mehr Plastik als Plankton und selbst in unserem Blut ist Plastik nachweisbar! Die Menge an Kunststoffen, die wir seit Beginn des Plastikzeitalters produziert haben, reicht aus, um unseren gesamten Erdball sechs Mal in Plastikfolie einzupacken.

In "Plastic Planet" sucht Regisseur Werner Boote, dessen eigener Großvater ein Pionier der Plastikindustrie war, weltweit nach Antworten und deckt erstaunliche Fakten und unglaubliche Zusammenhänge auf. Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Schadet Plastik unserer Gesundheit? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Wer verliert? Wenn Sie diesen Film gesehen haben, werden Sie nie wieder aus einer Plastikflasche trinken!

"Plastic Planet" ist ein unterhaltsamer und investigativer Film, der zeigt, dass Plastik zu einer Bedrohung für Mensch und Umwelt geworden ist. Mit "Plastic Planet" reist man rund um den Globus und entdeckt eine Welt, die ohne Plastik nicht mehr existieren kann, die aber gleichzeitig mit den Problemen und Risiken dieser Kunststoffe zu kämpfen hat. In "Plastic Planet" findet Regisseur Werner Boote erstaunliche Fakten und deckt unglaubliche Zusammenhänge auf. Mit eindrucksvollen Beispielen, wissenschaftlichen Interviews und faszinierenden Begegnungen entlarvt "Plastic Planet" die schöne neue Plastikwelt. Was machen wir aus Plastik, und was macht das Plastik mit unserer Welt? Bootes bunter und rasanter Kinodokumentarfilm geht jeden an – eine überraschende, packende und aufrüttelnde Rundreise durch das Plastikzeitalter. [Text: Website Film]

http://plastic-planet.de/derfilm.html

Ausstellungstipp: The New Typography



[Foto: MoMA]

Bis zum 12. Juli 2010 findet im Museum of Modern Art (MoMA) in New York die Ausstellung "The New Typography" statt.

In the 1920s and 1930s, the so-called New Typography movement brought graphics and information design to the forefront of the artistic avant-garde in Central Europe. Rejecting traditional arrangement of type in symmetrical columns, modernist designers organized the printed page or poster as a blank field in which blocks of type and illustration (frequently photomontage) could be arranged in harmonious, strikingly asymmetrical compositions. Taking his lead from currents in Soviet Russia and at the Weimar Bauhaus, the designer Jan Tschichold codified the movement with accessible guidelines in his landmark book Die Neue Typographie (1928). Almost overnight, typographers and printers adapted this way of working for a huge range of printed matter, from business cards and brochures to magazines, books, and advertisements. This installation of posters and numerous small-scale works is drawn from MoMA’s rich collection of Soviet Russian, German, Dutch, and Czechoslovakian graphics. They represent material from Tschichold’s own collection, which supported his teaching and publication from around 1927 to 1937. [Text: Museum]


Lieblingsort: In Ulm, um Ulm und um Ulm herum













[Fotos: C. Hoff]

Podcast: bist eulen/ Ernst Jandl

http://www.randomhouse.de/dynamicspecials/jandl/movie_bisteulen.html

Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

Donnerstag, 4. Februar 2010

Lese- und Ausstellungstipp: Einfachheit im Vielfachen











[Fotos: Designlines/ KPM]

Ein Jubiläum jagt das andere: Während das Bauhaus letztes Jahr sein neunzigjähriges Bestehen feierte, wird dieses Jahr gleich ein dreihundertster Geburtstag begangen, nämlich der des europäischen Porzellans. In der KPM-Welt in Berlin ist bis Mai dieses Jahres eine Ausstellung zu sehen, die beide Jubiläen kongenial vereint: Unter dem, einem Gropius-Zitat entliehenen Ausstellungstitel „Einfachheit im Vielfachen“ zeigt die Schau Berliner Porzellan unter Einfluss von Bauhaus und Burg Giebichenstein. Zum Artikel:

Lieblingsort: Design Museum Holon





Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

Ausstellungstipp: Joseph Maria Olbrich 1867-1908





[Fotos: Mathildenhöhe]

"Joseph Maria Olbrich 1867-1908. Architekt und Gestalter der frühen Moderne"
7. Februar – 24. Mai 2010Mathildenhöhe Darmstadt

Bereits mit seinem spektakulären Frühwerk, dem Wiener Secessionsgebäude (1898), gelingt Joseph Maria Olbrich (1867–1908) ein Gebäude von bahnbrechender Wirkung, von Nikolaus Pevsner als „Wegbereiter moderner Formgebung“ bezeichnet. Zehn Jahre später spannen seine letzten Arbeiten – insbesondere das berühmte Ensemble von Ausstellungsgebäude und Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe Darmstadt (1908) – markant den Bogen zum architektonischen Expressionismus.

Dazwischen liegt ein Jahrzehnt fruchtbaren Schaffens, in dem sich Olbrich als Universalkünstler erweist. Ganz dem Konzept des Gesamtkunstwerks verschrieben, entwirft er neben einem breiten Spektrum an Bauaufgaben zugleich Innenausstattungen, Gärten, eine Vielfalt an Gebrauchs- und Schmuckgegenständen sowie graphische Präsentationen. Die allererste Bauausstellung überhaupt wird 1901 auf der Mathildenhöhe Darmstadt nach Olbrichs Plänen realisiert. Damit wird er für Architekten wie Bruno Taut, Erich Mendelsohn und Le Corbusier zum Vorbild.

Die Retrospektive „Joseph Maria Olbrich 1867-1908. Architekt und Gestalter der frühen Moderne“ auf der Mathildenhöhe Darmstadt präsentiert diesen großen Erneuerer der Architektur und Lebensgestaltung um 1900 erstmals seit 27 Jahren umfassend und zeigt neben Meilensteinen der Architekturgeschichte das erstaunliche Gesamtwerk des gebürtigen Österreichers. [Text: Museum]

Blick vom Ulmer Münster







[Fotos: C. Hoff]