Donnerstag, 29. April 2010

Ausstellungstipp: Frida Kahlo









[Fotos: © Estate Carl van Vechten/ Banco de México Diego Rivera-Frida Kahlo Museums Trust, México, D.F. / VG Bild-Kunst, Bonn 2010]

Der Martin-Gropius-Bau in Berlin widmet der bedeutenden mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo vom 30. April bis 9. August 2010 eine umfangreiche Retrospektive.

Frida Kahlo, geboren in Coyoacán, Mexiko-Stadt, zählt zu den großen Identifikationsfiguren der lateinamerikanischen Kunst. Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ragt sie als eine der berühmtesten Künstlerinnen heraus. Infolge eines Busunglücks am 17. September 1925 litt Frida Kahlo zeitlebens an Schmerzen und den Folgen ihrer häufigen Operationen. Diese tiefgreifenden Erfahrungen prägten ihr Werk und ihre Welt. Bekanntschaften mit Berühmtheiten ihrer Zeit wie Leo Trotzki, André Breton oder Nickolas Muray beeinflussen ihr ereignisreiches Leben. 1929 heiratete sie den berühmten mexikanischen Wandmaler Diego Rivera, der sie in ihrem künstlerischen Werdegang unterstützte.

In ihren Werken bezieht sich Frida Kahlo auf die frühe Kunst Mexikos, die der Azteken und der Mayas. Ihre Arbeiten spiegeln soziale, politische, aber vor allem private Aspekte ihres Lebens wider. 1938 /39 hatte sie Einzelausstellungen und große Erfolge in New York wie auch in Paris. Später erhielt sie einen Lehrstuhl an der Schule für Malerei und Skulptur des mexikanischen Ministeriums für Erziehung, genannt „La Esmeralda“. Sie unterrichtete Wandmalerei und Malerei und erhielt den nationalen Kunstpreis. Einige Jahre lang konnte sie ihre Lehrtätigkeit aufrecht erhalten bis sie aufgrund ihrer schlechten gesundheitlichen Verfassung diese einstellen musste.

Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, kuratiert von der Kunsthistorikerin Helga Prignitz-Poda, wird mit circa 150 Arbeiten (Gemälde und Zeichnungen) die umfassendste Werkschau Frida Kahlos sein. Zum ersten Mal sind die beiden größten Kahlo Sammlungen komplett und vereint zu sehen. Hinzu kommen wertvolle Leihgaben aus 30 prominenten mexikanischen und 15 ausgewählten nordamerikanischen Privatsammlungen und Museen.

Frida Kahlos künstlerische Entwicklung wird von der Neuen Sachlichkeit, dem mexikanischen Estridentismus – eine avantgardistische, interdisziplinär arbeitende Künstlerbewegung während der Mexikanischen Revolution – bis hin zum Surrealismus und ihrem ganz eigenen Realismus ausführlich dargestellt. Neben den berühmten Gemälden werden weitgehend unbekannte und verschollen geglaubte Arbeiten Kahlos präsentiert. Besondere Höhepunkte sind annähernd 90 zum Teil bislang unveröffentlichte Zeichnungen und ihre letzten Arbeiten aus dem Jahr 1954: Das in Öl gemalte Selbstportrait als Sonnenblume – es galt bislang als zerstört – sowie das gezeichnete Selbstportrait; beide sind erstmalig in Europa zu sehen. Die Zeichnungen mit surrealen Kompositionen enthüllen auch eine unentdeckte Seite Frida Kahlos: ihren Humor. In heiteren und raffinierten Wort- und Bildspielen verbirgt sie Gedanken und spricht sie zugleich aus.

Ein weiterer Komplex der Ausstellung befasst sich mit kleinformatigen Wunsch-Bildern, die die Künstlerin in den frühen 1930er Jahren im Stil der für Mexiko charakteristischen Ex-Voto Malerei entwarf. Ihre Sehnsüchte und ihre Wünsche nach Jugend, Gesundheit, Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Erfüllung finden darin ihren Ausdruck.

Um die biographischen Schilderungen so weit wie möglich aus dem Werkkontext zu lösen und dennoch dem Besucher Einblicke in ihr Leben zu geben, wird der Ausstellung eine umfangreiche Fotoschau aus dem Besitz der Familie und nahe stehender Freunde zur Seite gestellt. Diesen Teil kuratiert Cristina Kahlo, die Großnichte Frida Kahlos. Zu sehen sind Fotos aus unterschiedlichen Lebensphasen der mexikanischen Ausnahmekünstlerin: Frida als junges Mädchen, Frida mit ihrem Ehemann Diego Rivera, Frida im Bett liegend und ihr Korsett bemalend und etliche Einzelportraits, die sie als faszinierende Frau mit prächtigem Schmuck, folkloristischer Kleidung und selbstbewusstem Blick zeigen. [Text: Museum]

http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/11_gropiusbau/mgb_start.php

Mittwoch, 28. April 2010

Lese- und Ausstellungstipp: Kochen, essen, reden – satt?









[Fotos: Designlines/ Museum für Kommunikation]

Essen ist Kommunikation, auch wenn das Bonmot „Mit vollem Munde spricht man nicht“ genau dies verhindern möchte. Aber Essen hat eben immer auch mit Tischsitten und -manieren zu tun. Von der Taufe bis zum Leichenschmaus – gegessen und sich dabei ausgetauscht wird das ganze Leben lang. In Zeiten von großen Familienfesten, eleganten Dinnerparties, telegenen Starköchen und elitären Kochkursen zeigt sich jedoch auch eine ganz andere Seite des Essens: der Fernseher als Begleiter für die Mahlzeit zuhause, krümelnde Brötchen aus der Tüte vor dem Computer, Convenience Food im Single-Haushalt oder die schnelle Bratwurst auf dem Weg zum nächsten Termin. Diese scheinbar gegensätzlichen Phänomene rund um das Thema Essen und Kommunikation beleuchtet die Ausstellung „Kochen, essen, reden – satt?“, die derzeit im Berliner Museum für Kommunikation gezeigt wird. Weiter zum Artikel:

http://www.designlines.de/feel/Kochen-essen-reden-satt-_1002371.html

Donnerstag, 22. April 2010

Unterwegs auf dem Salone del Mobile 2010 in Mailand



















[Fotos: C. Hoff]

Lesetipp: Eurocucina 2010 – Die Küche auf der Überholspur











[Fotos: Designlines]

Eyjafjallajökull. Kaum jemand kommt mehr auf die Idee, dass dies möglicherweise der komplizierte Name einer neuen Küche sein könnte. Unbeeindruckt von isländischen Vulkaneruptionen samt Ascheregen und tagelangem Flugverbot über Europa gab es vom 14. April bis gestern eine unüberschaubare Anzahl von Küchenmöbeln und Elektrogeräten in Mailand zu entdecken. Auf dem Messegelände der lombardischen Metropole fand parallel zum „Salone del Mobile“ die 18. Ausgabe der Küchenmöbelmesse „Eurocucina“ statt. Weiter zum Artikel:

http://www.designlines.de/feel/Eurocucina-2010-Die-Kueche-auf-der-Ueberholspur_1002301.html

Freitag, 9. April 2010

Podcast: Isao Takahata/ Heidi

Lesetipp: Küche à la Japonaise







[Fotos: Designlines/ Takumi Ota]

In diesem Haus scheint es kaum einen geraden Winkel zu geben. Auch nicht in der Küche. Und wie richtet man solch ein Haus ein? Am besten mit maßgeschneiderten Möbeleinbauten statt mit industriell hergestellter Massenware. Das in Kyoto und Tokio ansässige Design- und Architekturbüro Geneto Studio hat in der japanischen Hauptstadt ein Einfamilienhaus namens „DG House“ samt Holz-Einbauten geplant – dabei herausgekommen ist ein ungewöhnliches, schwarz-weißes Ensemble. Zum Artikel:

http://www.designlines.de/praxis/Kueche-a-la-Japonaise_1001347.html

Ausstellungstipp: Sommergäste/ Pipilotti Rist



[Foto: Pipilotti Rist: Homo sapiens sapiens, 2005, audio video installation (video still), Courtesy the artist and Hauser & Wirth ]

Vom 9. Mai bis 14. November 2010 findet im Museum Langmatt im schweizerischen Baden die Ausstellung "Sommergäste: Pipilotti Rist" statt. Zum 20jährigen Jubiläum des Museums Langmatt gestaltet die Schweizer Film- und Videokünstlerin ein Kaleidoskop der Farben und poetischen Überraschungen. Das verborgene Leben in der Villa Langmatt fasziniert den diesjährigen Sommergast. Das Auge der Künstlerin öffnet die Sicht auf das vergessene Parallel-Universum der Dienstboten im Herrschaftshaus und offenbart Gegenwelten in den Werken der französischen Impressionisten.

http://www.langmatt.ch/