Sonntag, 26. September 2010

Ausstellungstipp: Pierre Soulages








[Fotos: Martin-Gropius-Bau/ VG Bild-Kunst Bonn, 2010]

2. Oktober 2010 bis 17. Januar 2011 im Berliner Martin-Gropius-Bau

Pierre Soulages, geboren am 24.12.1919 in Rodez, einem kleinen Ort nördlich zwischen Toulouse und Montpellier gelegen, verweigerte sich der Ausbildung auf der „Ecole nationale superieure des beaux arts“ in Paris. Er konnte mit der für ihn rückwärtsgewandten Kunstvermittlung nichts anfangen. Im Jahre 1939 widmete er sich daher in Paris statt seinem ursprünglich vorgesehenen Studium vor allem Ausstellungsbesuchen, in welchen er die Werke von Picasso und Cézanne kennenlernte. Doch schon im selben Jahr verließ er Paris und ging in den Süden nach Montpellier, um dort die „Ecole-des-beaux-arts“ zu besuchen. Er lernte in jener Zeit Sonia Delaunay kennen, die ihm Kataloge zeigte, in denen die damaligen Machthaber die ihrer Meinung nach „entartete Kunst“ zeigten. Das stellte für Soulages die Legimitation dar, selbst abstrakt zu arbeiten. Nach dem Krieg zog er nach Paris, stellte im Salon der Surindépendants aus und hatte mit seinen Werken Erfolg.

Die Bekanntschaft mit Francis Picabia und Hans Hartung im Jahr 1947, sowie die Bekanntschaft mit der amerikanischen Szene und ihren Vertretern wie Marc Rothko, Robert Motherwell und Wilhelm de Kooning zeigen, wie sehr sich das Interesse an seiner Kunst internationalisierte. Durch seine Teilnahme an der documenta I, II und III erreichte er in Künstler- und Fachkreisen Anerkennung. Sein eigenwilliger Stil, aber wahrscheinlich seine fast ausschließliche Beschränkung auf die Farbe Schwarz, ließen sein Werk im Kunstbetrieb singulär stehen. Der Amerikaner Robert Motherwell kam übrigens wie Soulages in einigen Werken auf ähnliche Ergebnisse. Nur Soulages jedoch hatte die Konsequenz, seine Arbeiten durch Jahrzehnte der Farbe Schwarz und letztlich dem Licht zu widmen.Sein „outre-noir“, eine Bezeichnung die Soulages sich für die Verwendung von Schwarz in seinem Werk ausdachte, schluckt das Licht ganz besonders in den Papierarbeiten und erzielt eine besondere Tiefenwirkung. „Outre-noir“, was übersetzt soviel bedeutet wie „das Schwarz von der anderen Seite“, oder auch das „jenseitige Schwarz“, verschließt nicht, sondern zieht den Betrachter in die Tiefe, verleitet zum genauen und nahen Betrachten der Arbeiten und fesselt den Blick.

Pierre Soulages ist – wie wohl jeder Maler – vom Phänomen des Lichts fasziniert. Er sucht akribisch nach Möglichkeiten, Licht in der Farbe Schwarz arbeiten zu lassen. Arbeiten, in denen sich zu Schwarz auch eine zweite Farbe wie Blau oder Rot gesellt, bleiben in seinem Werk Ausnahmeerscheinungen.

Die eigene Handschrift, verdeutlicht in breiten, kräftigen Linien und teilweise kalligraphisch anmutenden Passagen, ist ein wichtiges Gestaltungsprinzip in seinen Arbeiten. „Ich fand kleine Pinsel nur für das exakte Arbeiten, so wie es im 19. Jahrhundert und davor in der Kunst notwendig wichtig war– auch Picasso selbst hat noch in seinen frühen Werken mit zarten Pinseln gearbeitet. Für mich kam das aber überhaupt nicht infrage. Ich wollte etwas gänzlich anderes probieren und so ging ich in Paris in ein Farbengeschäft und kaufte mir breite Pinsel wie zum Ausmalen von Räumen, Walzen und große Bürsten.“ In Kombination mit einer dunklen Nussbeize, der sogenannten „brou de noix“ schuf er seine ersten Meisterwerke, von welchen eines bereits 1948 vom Museum of Modern Art in New York angekauft wurde. [Text: Museum; gekürzt]

http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/11_gropiusbau/mgb_start.php

Lesetipp: Ein süßer Farbklecks zum Dessert











[Fotos: Theurel & Thomas/ Designlines]

In Frankreich kennt sie jedes Kind, aber in Mexiko? Gemeint sind die kleinen Köstlichkeiten namens Macarons. Diese bunten Patisserie-Wunder werden nun auch am anderen Ende der Welt verkauft, in einem eigenen Laden namens Theurel & Thomas. Dessen rein weißes, verspieltes Interieur, in dem die Macarons wie veritable Farbkleckse wirken, hat das ebenfalls in San Pedro im mexikanischen Bundesstaat Nuevo Léon ansässige Designbüro Anagrama entworfen. Zum Artikel:

Ausstellungstipp: Buchstabenmuseum











[Fotos: Buchstabenmuseum]

Montag, 20. September 2010

Lesetipp: Recycling der anderen Art









[Fotos: Åke E:son Lindman/ Designlines]

In Stockholms hippstem Bezirk, mitten im quirligen Södermalm, sprühen die Grafikdesigner von Oktavilla nur so vor Ideen: Jeden Tag entstehen hier neue Konzepte für unterschiedliche Kunden. Dieser kreativen Arbeit entspricht nun auch das Büro des kleinen Unternehmens, dessen visueller Transformation sich das junge Architekturbüro Elding Oscarson angenommen hatte, das ebenfalls in der schwedischen Hauptstadt ansässig ist. Herausgekommen ist ein helles, aufgeräumtes Loft, das mit farbenfrohen und durchdachten Details gute Laune macht. Weiter zum Artikel:

http://www.designlines.de/praxis/Recycling-der-anderen-Art_1152203.html

Samstag, 18. September 2010

Lesetipp: Wenn im Kino das Licht angeht









[Fotos: Erik Wåhlström/ Designlines]

Popcorn, Eis, Chips und Gummibärchen – vor uns in der Reihe knistern die Tüten und dem ein oder anderen mag das Rascheln und Knabbern auf die Nerven gehen. Gemeint sind Kinogänger, die sich selbst bei melancholisch-dramatischen Leinwandszenen noch einen fettigen Kartoffelchips in den Mund stecken. Stilvoller geht es da in einem Vintage-Kino namens „Rio“ zu. Mitten in Stockholm gelegen, wurde das Foyer mit einem kleinem Tagescafé ausgestattet, das bei Bedarf vielseitig umgenutzt werden kann. Wer sich das ausgedacht hat? Das Stockholmer Designbüro 1:2:3 in Zusammenarbeit mit Kristoffer Sundin. Weiter zum Artikel:

http://www.designlines.de/praxis/Wenn-im-Kino-das-Licht-angeht_1280889.html

Buchtipp: The Story of Eames Furniture











[Fotos: © 2010 Eames Office LLC, from the Collections of the Library of Congress]


The Story of Eames Furniture
Author: Marilyn Neuhart with John Neuhart
Language: English
Release: September 2010
Price: € 150,00
Features: 800 pages, full cover, hardcover, 2 volumes in slipcase
ISBN: 978-3-89955-230-0

In this unique 2-volume, 800-page book with more than 2,500 images, Marilyn Neuhart tells the story—to paraphrase Charles Eames himself—of how Eames furniture got to be the way it is.
The Story of Eames Furniture is the benchmark reference on the subject. It is a biography—not of an individual person, but of arguably the most influential and important furniture brand of our time. Brimming with images and information, this 2-volume, 800-page book in a slipcase sheds new light on the context in which the furniture of Charles and Ray Eames was created. It documents in unparalleled detail how the design process in the Eames Office developed as well as the significant roles played by specific designers and manufacturers.

Through intense and self-critical teamwork, the Eames Office was the first to translate the theoretical approach of the Bauhaus into commercially successful design for a mass market. One can hardly exaggerate the relevance of Eames's modern concept of design. In many cases the success of the pieces is based on the Office's own development and perfection of production processes for its designs.

The concepts that originated in the Eames Studio made a fundamental impact on modern design. Its furniture still tops bestseller lists and, decades later, the pieces have not lost any of their original elegance, timelessness, freshness, and quality. Its combination of conceptual consistency, aesthetic mastery, and almost scientific persistence is particularly inspirational for young designers today.

The Story of Eames Furniture was written and designed by Marilyn Neuhart together with her husband John. Both worked with the Eames Office in various capacities from the 1950s until 1978, the year of Charles Eames’s death. Having been in close proximity to Charles and Ray Eames as well as the members of the Eames Office and their patron manufacturers for almost 30 years, Marilyn and John Neuhart had the extraordinary opportunity to absorb their stories. This book is a firsthand account of the Eames Office from within that meticulously portrays the history and development of Eames furniture based on the recollections of the Neuharts and those who worked closely with Charles Eames. More familiar with the material and protagonists than almost any other, Marilyn Neuhart has spent the last 15 years compiling the texts and images featured in this book. [Text: Gestalten Verlag]

Webtipp: Tapio Wirkkala Rut Bryk Foundation





[Fotos: Tapio Wirkkala Rut Bryk Foundation]

http://wirkkalabryk.fi/

Lieblingsort: Unité d'Habitation von Le Corbusier in Marseille



















[Fotos: C. Hoff]

Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]