Sonntag, 28. November 2010

Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

Ausstellungstipp: Duane Hanson/ Gregory Crewdson







[Fotos: Museum Frieder Burda]

Duane Hanson/ Gregory Crewdson - Unheimliche Wirklichkeiten
27. November 2010 - 6. März 2011
Museum Frieder Burda, Baden-Baden

Die Arbeiten der beiden amerikanischen Künstler Duane Hanson (1925 – 1996) und Gregory Crewdson (geb. 1962) irritieren und berühren den Betrachter.

Beide Künstler beschäftigen sich mit Menschen, deren alltäglichem Leben, mit den Hoffnungen, Sehnsüchten und geplatzten Träumen. Menschen, die wir gewöhnlich übersehen, die gealtert und von der Wirklichkeit, dem Leben gezeichnet sind. Während Hanson seine lebensgroßen Figuren mit viel Sympathie formt, verbreitet Crewdson auf seinen Bildern von einsamen Menschen in ihren Häusern, Gärten, auf Straßen eine eher düstere, bedrückende Stimmung.

Die Ausstellung präsentiert rund 30 Einzelfiguren von Duane Hanson, größtenteils aus dem Nachlass des Künstlers, im Dialog mit 20 großformatigen Arbeiten der Serie „Beneath the Roses“ des Fotografen Gregory Crewdson. Die Fotografien stammen überwiegend aus dem Besitz des Künstlers.

Den Kuratoren Götz Adriani und Patricia Kamp geht es nicht um eine direkte Konfrontation. Sie präsentieren vielmehr zwei Künstler, die mit unterschiedlichem Material arbeiten, sich aber mit ähnlichen Themen beschäftigten. Hanson und Crewdson sind große Inszenatoren ihrer Kunst. Crewdson inszeniert seine Bilder sehr aufwändig in einem ausgesuchten Umfeld, auch Hanson hat seine nahe Umgebung immer im Blick. [Text: Museum]

http://www.museum-frieder-burda.de/Museum-Frieder-Burda.home.0.html

Produktvorstellung: Royal von Theresienthal











[Fotos: Theresientahl]

Samstag, 27. November 2010

Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

Lesetipp: Mailänder Messewunder











[Fotos: Gaggenau/ Designlines]

Da mag manch ein Besucher nicht schlecht gestaunt haben, als er den Messestand von Gaggenau auf der diesjährigen Eurocucina in Mailand besuchte. Denn wie der deutsche Küchengerätehersteller dort seine Produktneuheiten präsentierte, war nicht nur überraschend, sondern auch gut gestaltet. Das wie eine veritable Fabrikhalle anmutende Standkonzept, erarbeitet von dem Münchner Architektur- und Designbüro eins:33 mit den Gaggenau-Designern Sven Baacke und Gerd Wilsdorf, stach heraus aus den ansonsten eher konventionellen Präsentationen anderer Unternehmen und wurde auch prompt mit einem Designpreis belohnt: dem iF communication design award in Gold 2010. Zum Artikel:

http://www.designlines.de/praxis/Mailaender-Messewunder_1419609.html

Dienstag, 16. November 2010

Lesetipp: Mit Alvar Aalto in die Volkshochschule











[Fotos: Designlines/ Lars Landmann]

Hochkarätige skandinavische Architektur inmitten einer typischen deutschen Fußgängerzone mit der immergleichen, zuweilen trostlosen Bebauung, Ein-Euro-Shops und architektonisch fragwürdigen Shoppingcentern – wo es das gibt? In Wolfsburg. Denn genau hier, im nicht gerade anheimelnden Zentrum der Volkswagen-Stadt steht ein fächerartig gestaffeltes, mit Natursteinplatten verkleidetes Gebäude, das kein Geringerer als der finnische Architekt Alvar Aalto entworfen hat. Eine Doppelausstellung war für uns Anlass, in die Stadt am Mittellandkanal zu reisen und das zu Beginn der sechziger Jahre entstandene Kulturhaus einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

http://www.designlines.de/praxis/Mit-Alvar-Aalto-in-die-Volkshochschule_1372869.html

Sonntag, 14. November 2010

Lucky Strike Designer Award für Paola Antonelli



[Foto: Raymond Loewy Foundation]

Lucky Strike Designer Award 2010 für Paola Antonelli
Chefkuratorin im New Yorker Museum of Modern Art

Der [...] Lucky Strike Designer Award, einer der international bedeutendsten Designerpreise, geht in diesem Jahr an Paola Antonelli, Chef-Kuratorin für Architektur und Design im New Yorker Museum of Modern Art und eine der einflussreichsten Designexpertinnen weltweit. Mit Paola Antonelli würdigt die Raymond Loewy Foundation [...] „die international erfolgreiche und anerkannte Aktivistin für die Demokratisierung nachhaltigen und stilbildenden Designs“, so die Jury der Stiftung.

[...] Nach dem Architekturstudium in Mailand arbeitete die aus Italien stammende Design-expertin zunächst für Magazine wie Domus und Abitare. Sie war Dozentin an der University of California, Los Angeles, bis sie 1994 an das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) kam. Paola Antonelli ist dort Chefkuratorin für Architektur und Design. Ihr visionäres Designverständnis, das Gestaltung mit Kultur und Technik, Wissenschaft, Ökonomie und Ökologie vereint, hat sie und ihre spektakulären Designausstellungen weltbekannt gemacht.

[...] „Workspheres“ (2001) zum Beispiel zeigte richtungsweisende Designkonzepte für Arbeitsplätze der Zukunft. „Humble Masterpieces“ (2004) überraschte mit mehr als 100 Alltagsgegenständen, von der Büroklammer über Bleistifte bis zum Reißverschluss. Die Schau „Safe: Design Takes on Risk“ (2005) präsentierte mehr als 300 Objekte zur Sicherheit in jeder Lebenslage. Mit der wegweisenden Ausstellung „Design and the Elastic Mind“ (2008) stellte Paola Antonelli Forschung, Wissenschaft und Technik in einen Designkontext.

Es heißt, Paola Antonelli gestalte nicht nur Ausstellungen, sie mache auch so manchen Designer zum Star. Denn die „MoMA Collection“ gilt als einzigartige Sammlung der Designikonen. Dazu zählen zum Beispiel Richard Sappers Tizio-Lampe, Braun-Phonogeräte von Dieter Rams und Ingo Maurers Leuchten Bulb und Lucellino. Ebenso Philippe Starcks Zitronenpresse Juicy Salif, die Sojasoßen-Flasche von Kenji Ekuan und Plakate des Grafik-Stars Stefan Sagmeister. [...] „Ich fühle mich überaus geehrt, nun selbst den Lucky Strike Designer Award zu erhalten und damit vielen meiner Idole zu folgen“, so Paola Antonelli. „Ich weiß diese Auszeichnung sehr zu schätzen.“ [...] [Text: Raymond Loewy Foundation; gekürzt]

http://www.raymondloewyfoundation.com/de.html

Mittwoch, 10. November 2010

Lesetipp: László Moholy-Nagy – Kunst des Lichts



[Foto: MGB]

Da sitzt sie nun auf dem Podium im Berliner Martin-Gropius-Bau und wird gefragt, wie denn ihr Vater so als Mensch gewesen sei. „Optimistisch, energiegeladen, vital – er mochte die Menschen, und hatte man ihn einmal getroffen, vergaß man ihn nicht mehr“, so Hattula Molohy-Nagy nach einem kurzen Zögern. 77-jährig ist sie aus den USA angereist, um die Ausstellung „László Moholy-Nagy – Kunst des Lichts“ zu eröffnen. Und Berlin als Ort ist gut gewählt für eine Schau über den 1946 verstorbenen Künstler, hat er in der Stadt an der Spree doch fruchtbare, künstlerische Jahre verbracht, ehe er 1933 nach der „Machtergreifung" Hitlers emigrieren muss. Geblieben von seinen nur 51 Lebensjahren ist ein umfangreiches Œuvre, von dem nun 200 ausgewählte Werke in Berlin zu sehen sind. Weiterlesen:

http://www.designlines.de/feel/L-szl-Moholy-Nagy-Kunst-des-Lichts_1346097.html

Making of IP44



Freitag, 5. November 2010

Lese- und Ausstellungstipp: Ideen sitzen – 50 Jahre Stuhldesign











[Fotos: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg]

Es sitzt sich nicht in jedem gut. Denn manch einer sieht einfach nur schön aus, doch mangelt es ihm an Bequemlichkeit. Andere wiederum sind komfortabel, aber hässlich wie die Nacht. Worum es geht? Um den Stuhl. Dieser steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die derzeit im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg unter dem Titel „Ideen sitzen – 50 Jahre Stuhldesign“ einlädt zum Schauen, Staunen und Sitzen. Weiter zum Artikel:

http://www.designlines.de/feel/Ideen-sitzen-50-Jahre-Stuhldesign_1358785.html

Mittwoch, 3. November 2010

Ausstellungstipp: László Moholy-Nagy – Kunst des Lichts











[Fotos: © VG Bild-Kunst, Bonn 2010]

Bis zum 16. Januar 2011 im Martin-Gropius-Bau in Berlin.

Moholy-Nagy, gleichermaßen Theoretiker wie Praktiker, wollte immer ein ganzheitlicher Künstler sein. Er ging sein Schaffen – Malerei, Fotografie, Werbung und Industriedesign, Film, Bildhauerei, Bühnengestaltung – von den verschiedensten Seiten aus an und praktizierte es als radikales, extremes Experiment, indem seinen höchst unterschiedlichen Werken keinerlei ästhetische Hierarchie zubilligte. Er räumte außerdem der Bildung grundsätzliche Bedeutung ein, weshalb er, auf Bitten von Walter Gropius, in diesem Bereich für das Bauhaus in Weimar (1923–1925) und in Dessau (1925–1928) arbeitete. In Chicago, wo er sich 1937 niederließ, übernahm er erneut Lehrverpflichtungen. Er gründete das ‚New Bauhaus‘, das die Programme des deutschen Bauhauses in den USA zu verwirklichen versuchte. Kurze Zeit danach gründete er das Institute of Design in Chicago, wo er bis zu seinem Tode 1946 tätig war. Das Institut wurde später in das Illinois Institute of Technology übernommen. Dort kann man noch heute studieren.

Von Weimar bis hin nach Chicago bewahrte sich Moholy-Nagy den Glauben an sein pädagogisches Ideal, das für ihn nicht nur Lehre bedeutete, sondern die moralische Erziehung von Menschen. Er glaubte an die Erziehung als Mittel zur Entwicklung aller in den Studenten schlummernden Fähigkeiten und als Mittel, dem „neuen, totalen Menschen“ den Weg zu ebnen.

Alle theoretischen Beiträge Moholy-Nagys entstanden in Zusammenhang mit seinem künstlerischen und pädagogischen Schaffen. In seinen zahlreichen Texten legt er Schritt für Schritt seine Ideen dar und entwickelt damit eine vollständige künstlerische und pädagogische Ästhetik. Sein Essay „Malerei, Fotografie, Film“ von 1925 wird ein Meilenstein. Darin entwickelt er eine ästhetische Theorie des Lichts – Licht als Matrix der Kunst und Kunst als Lichtkunst. Er wendet seine ästhetische Lichttheorie auf Malerei, Fotografie und Film an, aber auch auf Bühnengestaltung und Design.

Von da an wird Licht zum Fundament für Moholy-Nagys praktisches und theoretisches Wirken. Für ihn erhält jede Kunst nur dann Sinn und Bedeutung, wenn sie Licht reflektiert. Auch die Malerei wird mit diesem Kriterium neu interpretiert. Seine Entwicklung als Maler bezeichnet Moholy-Nagy als Verlagerung vom „Malen von Transparenz“ zu einem Malen, das frei ist von jeglichem darstellerischen Zwang und die Fähigkeit eröffnet, „nicht mit Farben, sondern mit Licht“ zu malen. Diese Theorie entfaltet ihre maximale Bedeutung in der Fotografie und im Film. Die Etymologie des Wortes „Fotografie“ bedeutet „Schreiben mit Licht“. Beim Film besteht die künstlerische Essenz in der Darstellung von „Bewegungsverhältnissen bei Lichtprojektionen“. Zwar war er nicht für die Fotografieklassen am Bauhaus verantwortlich, aber hier schrieb er „Malerei, Fotografie, Film“ und setzte seine fotografischen Erfahrungen um. Er erfindet das „Fotogramm“, eine reine Lichtgrafik, und demonstriert die Fähigkeit zur Herstellung von Fotografien zeitgleich mit der Erfindung des „Rayogramms“ durch Man Ray in Paris. Er sieht die Fotografie als völlig autonomes Mittel, dessen Potenzial erst noch zu entdecken ist. Er kritisiert die „Bildhaftigkeit“ und propagiert innovative, kreative und produktive Fotografie. Er betrachtet die Serialität als eines der wesentlichen Merkmale fotografischer Praxis und wendet sich gegen die „Aura“ des einmaligen Werkes im Gegensatz zur ad-infinitum-Vielfalt des fotografischen Klischees, womit er Walter Benjamins These vorwegnimmt.

Die Unterscheidung zwischen Produktion und Reproduktion ist ein Grundthema seines Schaffens. Ein Hauptaspekt jeden Werkes ist seine Fähigkeit zur Integration des Unbekannten. Werke, die nur bekannte Beziehungen wiederholen oder reproduzieren, werden als „reproduktiv“, Werke hingegen, die neue Beziehungen schaffen oder produzieren, als „produktiv“ bezeichnet. Die Fähigkeit eines Kunstwerks zur Schaffung von etwas Neuem (ein Grundelement der Moderne) ist für Moholy-Nagy ein zentrales Kriterium. Er postuliert für die Malerei, die Fotografie und den Film einen moralischen und ästhetischen Imperativ – das Neue. Die Kunst muss sich neuen Zeiten und einer industriellen Zivilisation stellen. In der konsequenten Umsetzung dieser These wird 1926 zum Jahr, in dem seine Bildproduktion umfangreicher ist als seine Arbeiten in anderen Bereichen, aber 1927 kommt es zu einer wahren Flut fotografischer, szenographischer, kinetischer und filmischer Produktionen. Die Malerei gibt er nie auf. Er beschließt, die aus der Vergangenheit überkommene gegenständliche Malerei fallenzulassen und sich stattdessen der nichtgegenständlichen oder „reinen“ Malerei zu widmen. Mit dem Entstehen der Fotografie hat die Malerei einen perfekten Anlass gefunden, sich von allen figurativen oder repräsentativen Imperativen zu befreien. Künstler müssen sich nicht für das eine oder das andere Medium entscheiden, sondern sollen nur, unter Nutzung aller Medien, eine optische Kreation einfangen und beherrschen. [Text: Museum]

http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/11_gropiusbau/mgb_start.php