Freitag, 30. August 2013

Ausstellungstipp: Horgenglarus in Berlin
























[Fotos: C. Hoff]

Da stehen sie. Aufgereiht und ganz in Schwarz. Wer gemeint ist? Die Stühle des Schweizer Herstellers Horgenglarus. Die sind gerade in der Werkbund-Galerie in Berlin zu sehen. Gestern Abend wurde die kleine Ausstellung in Berlin eröffnet. Der Architekt Max Dudler war nicht nur einer der Redner auf der Vernissage. Er hat auch einen Stuhl entworfen, der Black Monday heißt. Und reiht sich ein in die Riege namhafter Schweizer Entwerfer, die für Horgenglarus gearbeitet haben: Max Ernst Haefeli, Werner Max Moser oder Hannes Wettstein.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Oktober 2013 in der Goethestraße 13 in Berlin-Charlottenburg zu sehen. Es ist ein kleiner, schöner Katalog erschienen.

www.werkbund-berlin.de

www.horgenglarus.ch

Lesetipp: Venezianisches Finale




 










[Fotos: Aman Canal Grande; Designlines]

Im gerade eröffneten Luxushotel Aman Canal Grande trifft der verschwenderische Pomp eines venezianischen Palastes aus der Renaissance auf ein Interior, das sich in vornehmer Zurückhaltung übt. Das malaysische Architekturbüro Denniston hat 24 Suiten gestaltet, die unter anderem mit dem zeitgemäßen, klaren Design ihrer Badezimmer überraschen. Zum ganzen Artikel:

www.designlines.de
 

Montag, 26. August 2013

Apple-Manie

Dieter Rams ist Schuld. Weil er die Dinge radikal vereinfacht hat. Nicht nur Regale und Ledersessel – nein, auch Tischfeuerzeuge, Zitruspressen und Plattenspieler. Das war vor über fünfzig Jahren. Als Design noch nicht in aller Munde war. Da kam Dieter Rams zu Braun ins beschauliche Königstein und seitdem weiß der stilbewusste Mensch: Fernseher, MP3-Player und Computer sind nicht irgendwelche technischen Geräte. Sie gehören zur perfekt eingerichteten Wohnung wie die Möbel von Eames, Aalto und Bertoia. Den Startschuss für diese Revolution gab SK4. Was kryptisch klingt, ging ein in die Designgeschichte als Schneewittchensarg. Sozusagen ein gestalterischer Super Coup der flotten Fünfziger. Eine in der Form reduzierte und leicht bedienbare Plattenspieler-Radio-Kombination mit einem Deckel aus Plexiglas. Die gute Form schlechthin, findet Apple-Designer Jonathan Ive. Auch die genialen Designentwürfe des Engländers finden sich inzwischen überall und werden hemmungslos nachgeahmt. Und nicht nur das. Es gibt immer mehr Dinge, die nicht funktionieren ohne iPhone, iPod & Co. BeoPlay A8 von Bang & Olufsen beispielsweise. Was aussieht wie ein Ghettoblaster aus den Achtzigern, ist in Wirklichkeit eine Dockingstation zum Abspielen digitaler Töne von David Bowie, Mick Jagger oder ABBA. Mit Apple Air Play natürlich. Gut, es gibt Entwürfe der Dänen, die gelungener sind. Doch ist hier wenigstens der perfekte Hörgenuss garantiert. Was man nun wirklich nicht von allen Herstellern behaupten kann. Neulich beispielsweise habe ich einen Kopfhörer von Urbanears geschenkt bekommen. Solch ein großes Ding, mit dem jeder coole Jugendliche gerade in der U-Bahn sitzt. Ich hatte mich für die komplett graue Version entschieden und war eigentlich ganz glücklich damit. Bis ich zuhause festgestellt habe, dass das Ding ganz furchtbar klingt und die Mikrofon-Funktion nur mit einem Apple-Gerät funktioniert. Da ich aber nur ein veraltetes Mobiltelefon von Nokia habe, schaute ich in die Röhre. Wieder einmal.

Claudia Simone Hoff

Freitag, 23. August 2013

RLF und die drei ???

















 


















[Fotos: C. Hoff]

Mehr als drei Fragezeichen bleiben nach der Präsentation des Projekts RLF von Friedrich von Borries und Slavia. Statt vieler Worte: lieber anschauen und selbst entscheiden, ob das Design, Kunst, Revolution oder einfach nur cleveres Marketing ist.

Vernissage heute Abend in der ehemaligen Kirche St. Agnes aus den sechziger Jahren (Architekt: Werner Düttmann) in der Alexandrinenstraße in Kreuzberg. Dann sind zu sehen: Produkte von KPM, Artek, Established & Sons oder IKEA in neuem Look.

www.rlf-propaganda.com

www.suhrkamp.de

Donnerstag, 22. August 2013

Ausstellungstipp: Tattoo

















[© Copyright: Masahiko Adachi]

7. September 2013 bis 9. Juni 2014
Gewerbemuseum Winterthur, Schweiz

Alle Kulturen kennen die Tradition der Tätowierung und seit jeher wurde die menschliche Haut als Leinwand für die Kunst der Tattoos benutzt. Sie gehört zu den frühen Kunstformen und ältesten Handwerkspraktiken. Die gestochenen Linien auf dem ca. 5200 Jahre alten Körper der Mumie von Ötzi, dem Mann aus dem Eis, sind Beispiel dafür. Tattoos leben von der Dauer, für immer werden Pigmente unter die Haut gestochen, gleichzeitig sind sie so vergänglich wie das Leben ihrer Träger selbst. Sie erzählen persönliche Geschichten, schaffen Identität und Zugehörigkeit, verschönern, heilen, schützen. Sie faszinieren oder stossen ab, werden mystifiziert und sind Teil von Modeströmungen. Waren sie in der westlichen Kultur lange Zeit Ausdruck spezifischer Gruppen, gehören sie mittlerweile zu alltäglichen Erscheinungen, die nicht mehr wegzudenken sind. Die Ausstellung "Tattoo" widmet sich alten Traditionen und neuen Geschichten und konzentriert Aspekte des Phänomens mit Fokus auf künstlerische, handwerkliche und kulturspezifische Fragen [Text: Museum]

http://gewerbemuseum.ch

Lesetipp: Porzellan-Trouvaillen von Barbara Schmidt im Bauhaus-Archiv



 












 


[Foto: Barbara Schmidt/ Nina Lüthi]

In ein Schatzkästchen für Porzellan hat sich der kleine Ausstellungsraum im Berliner Bauhaus-Archiv verwandelt. Hier stellt Barbara Schmidt, Chefdesignerin von Kahla, bis November ihre Entwürfe aus: Industrieporzellan und freie Arbeiten. Wir haben die Ausstellung mit der Designerin angeschaut und sind eingetaucht in die Welt des Porzellans. Weiter zum Artikel:

www.designlines.de

Mittwoch, 21. August 2013

B&OPlay: von Kraftwerken, Farbverläufen und Kopfhörern aus Ledern












 


















[Fotos: C. Hoff]

Ein zarter Farbverlauf. Blau oder Rosa. So eingefärbt sind jetzt die Lautsprecher A9 von B&O Play. Gestern Abend im Kraftwerk in Berlin-Mitte vorgestellt, abstrahiert Nordic Sky nicht nur einen skandinavischen Sommerhimmel. Die Kollektion greift auf, was im Mode- und Möbel-Design derzeit überall zu sehen ist: Farbverläufe finden sich auf Möbelstücken, Porzellan, Pullovern. Weniger modisch gestaltet war hingegen der neue Kopfhörer H6, der aus einem ungewöhnlichem Material gefertigt ist: schwarzem oder beigefarbenem Leder. Beeindruckend war die Location, wo das Event stattfand: das ehemalige Heizkraftwerk in der Köpenickerstraße 70 in Mitte. Noch beeindruckender: der Gesang des Berliner Rundfunkchors zu später Stunde aus Anlass der Yellow Lounge von Deutsche Grammophon, mit der B&O Play ab sofort kooperiert.

www.beoplay.com


Dienstag, 20. August 2013

Ausstellungstipp: Poesie & Industrie. Barbara Schmidt. Porzellandesign





















 












 

[Fotos: C. Hoff]


Bauhaus-Archiv
Museum für Gestaltung, Berlin
Ausstellung bis 4. November 2013


Heute Abend wird die Ausstellung Poesie & Industrie. Barbara Schmidt. Porzellandesign im Berliner Bauhaus-Archiv eröffnet. Ich war schon vorher dort, als die Designerin durch die Ausstellung führte und ihre Ideen erklärte. Barbara Schmidt hat auch die Gestaltung ihrer eigenen Ausstellung übernommen, so dass der Museumsraum ganz anders als sonst wirkt. Offener, weitläufiger, poetischer. Wie im Kahla-Shop in der Friedrichsstraße oder auf Kahla-Ständen auf Messen kommen auch hier einfache weiße Tische mit Böcken zur Anwendung. Darauf schön und durchdacht angeordnet sind die Arbeiten der Designerin: künstlerisch ambitionierte Stücke und industrielle Arbeiten, die für Kahla enstanden sind. Wunderbar anzusehen sind auch die vorhangartigen Installationen aus fragilen kleinen Porzellanteilen, die schön im Luftzug rascheln. Ergänzt wird das weiße Gold um speziell für die Ausstellung gefertigte Fotografien Berliner Fotografen.

www.bauhaus.de

www.kahlaporzellan.com