Mittwoch, 29. Oktober 2008

Lieblingsort: Null-Stern-Hotel





[Fotos: Null-Stern-Hotel]

Das Null Stern Hotel ist eine Erfindung der Künstlerzwillinge Frank und Patrik Riklin vom St.Galler "Atelier für Sonderaufgaben". In Kooperation mit der Gemeinde Sevelen entstand das weltweit erste Null-Stern-Hotel als Erweiterung des gängigen Hotelangebots.Das Low-Budget-Hotel bietet ein innovatives Nischenprodukt in mehrheitlich leerstehenden Luftschutzanlagen der Schweiz. Probeschlafen kann man hier:

http://www.null-stern-hotel.ch/

Ausstellungstipp: Diana und Actaeon - Der verbotene Blick auf die Nacktheit





[Fotos: Museum Kunst Palast]

Bis zum 15. Februar 2009 findet im Museum Kunst Palast Düsseldorf die Ausstellung "Diana und Actaeon - Der verbotene Blick auf die Nacktheit" statt.

Die Ausstellung zeigt eine einzigartige Zusammenschau von Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken sowie Fotografien und Videos, die sich dem kunst- und kulturgeschichtlich interessanten Themenkomplex von Keuschheit und Begehren, von Sehen und Gesehen werden, von Voyeurismus und Exhibitionismus widmen. So illustriert die Schau auch ein Thema, dessen Darstellung bis heute als Tabu gilt: die explizite Zurschaustellung des Geschlechts. Dabei will die Ausstellung nicht einfach nur eine weitere zum Thema der Erotik in der Kunst sein, sondern konzentriert sich mit präzisen Fragestellungen auf Bildwerke, die vom verbotenen Blick auf das - zumeist - weibliche Geschlecht handeln.

Die Ausstellung handelt von Begierde, der verschlungenen Verknüpfung von Geschlecht und Geschlechtlichkeit mit Schönheit, Wahrheit, Ekstase und auch Tod. Sie handelt von Tabus und Tabubruch, von Schuld und Bestrafung und von der Erkenntnis, die unschuldig nicht zu haben ist. Dabei thematisiert sie ebenso die vielschichtige Faszination des Blickes auf den schönen weiblichen Körper, aber auch das Entsetzen, welches der Anblick des demonstrativ und schamlos unverhüllten weiblichen Geschlechts beim Betrachter auslösen kann.

Die Ausstellung beginnt mit Darstellungen auf antiken Gefäßen und Bildwerken vom 16. Jahrhundert und reicht bis in die Gegenwartskunst, welche die grausame Begebenheit aus der mythologischen Erzählung illustrieren. Der Hauptteil dieses ersten Kapitels umfasst Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken, die sich auf die Erzählung beziehen, wie sie von Ovid in seine Metamorphosen aufgenommen wurde. Dabei geht es vor allem um die unterschiedlichen Perspektiven, Darstellungen und Interpretationen der Geschichte. Von hier aus beginnt eine Reise durch viele Epochen der Kunst und ihren Umgang mit dem „verbotenen Blick auf die Nacktheit“. Neben Werken aus der Renaissance, dem Manierismus, dem Barock und Klassizismus, also aus Epochen, in denen Nacktheit ohne mythologischen oder religiösen Vorwand nicht vorstellbar war, zeigt die Schau auch zeitgenössische Positionen erotischer Kunst. [Text Museum]



Freitag, 24. Oktober 2008

Observation

Kein Plot, nur Szenen. Wie kann man ein Leben erzählen als wäre es ein Faden, der sich abspult, eine Geschichte, in der sich eins aus dem andern ergibt, nahtlos und mit Konsequenz. Wie ist es möglich, ein solches Leben zu schildern – geschweige denn zu leben? Die fatale Aneinanderreihung durch das „und dann“. Stattdessen: Jeder Tag hat erstaunlich wenig mit dem Vortag zu tun. Wir gehen schlafen. Wachen auf. Gehen schlafen. Wachen auf. Die Konsequenz ist zerbrechlich. Es folgt wenig und noch weniger aus dem nächsten. Jede Handlung ist Reaktion, aber nicht auf den soeben vergangenen Moment, sondern auf eine Konstellation, die Wochen oder Jahre zurück liegen kann. Das Leben gibt es nicht. Nur Episoden.

[Rolf Dobelli]

Lesetipp: Peter Raacke: einfach modern






[Fotos: Designlines/Bauhaus-Archiv]

Eine Müslischale und ein Löffel aus purem Gold – das hätte man von Peter Raacke wohl nicht erwartet. Gilt er doch gemeinhin einer Generation von Designern zugehörig, die nach dem Zweiten Weltkrieg der „Ulmer Schule“ zugerechnet wurde. Und Ulm – Synonym für die Hochschule für Gestaltung Ulm –, steht nun mal nicht für opulente Formen und verschwenderische Materialien. Im Gegenteil. Aber Raackes Design lässt sich nicht dem einfachen Paradigma von Form und Funktion unterordnen – dazu ist es zu vielseitig und -schichtig. Zum Artikel:

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Lesetipp: Happy birthday George Nelson!







[Fotos: Designlines/Vitra]

Bunt und rund sind sie – Gute-Laune-Macher. Und dann noch dieser Name: Marshmallows. Wahrscheinlich wird sich jeder sogleich an Kindheitserlebnisse mit der klebrigen, süßen und rosa Zuckermasse erinnern. Der Design-Liebhaber denkt aber vielleicht auch an die runden, vielfarbigen Lederkissen des berühmten Marshmallow-Sofas. Entworfen wurde es von George Nelson, der neben Charles und Ray Eames, Harry Bertoia und Eero Saarinen zu den bekanntesten amerikanischen Gestaltern gehört. Dieses Jahr hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Jubiläum hat das Vitra Design Museum in Weil am Rhein, im Besitz des George-Nelson-Archivs, eine umfassende Retrospektive vorbereitet. Sie feiert den Architekten, Autor, Designer und Lehrer und gibt Einblick in sein vielfältiges kreatives Schaffen. Weiter zum Porträt:

http://www.designlines.de/feel/Happy-birthday-George-Nelson-_645990.html?bildnr=1

Sonntag, 12. Oktober 2008

Ausstellungstipp: Andrea Mantegna im Musée du Louvre





[Fotos: Musée du Louvre]

Bis zum 5. Januar 2009 findet im Musée du Louvre die breit angelegte Ausstellung über den Renaissance-Maler Andrea Mantegna statt. Die groß angelegte Retrospektive ist unbedingt sehenswert:

http://mini-site.louvre.fr/mantegna/index.html

Samstag, 11. Oktober 2008

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Lesetipp: Wie ein gestrandeter Ozeandampfer





[Fotos: Designlines/Cambridge 2000]

Seebäder gibt es auch in England viele, aber nur wenige warten mit einer Architekturikone des 20. Jahrhunderts auf. In Bexhill-on-Sea in der Grafschaft East Sussex jedoch steht der De-La-Warr-Pavillon direkt am Meer und wirkt zuweilen wie ein gestrandeter Ozeandampfer. Seine modernistische und zur damaligen Zeit aufsehenerregende Stahl-Glas-Konstruktion sticht heraus aus der verspielten englischen Bäderarchitektur und man fragt sich unwillkürlich, wie solch ein progressiver Bau in einem beschaulichen Provinznest an Englands Südküste im Jahr 1935 entstehen konnte. Einem Earl und zwei Architekten sei Dank. Zum Artikel:

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Ausstellungstipp: © Murakami




[Fotos: © 1998 Takashi Murakami/ Kaikai Kiki Co., Ltd. All Rights Reserved]

Das MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main zeigt die bisher umfangreichste Retrospektive der Arbeiten ­von Takashi Murakami. Im Mai 2008 hat das Time Magazine Murakami unter die einhundert einflussreichsten Menschen in der Welt gewählt. Wie schon anlässlich der großen Sturtevant Ausstellung in 2004, wird das ganze Museum Murakamis ­Œuvre gewidmet sein. Für die Dauer der Ausstellung werden ausschließlich Arbeiten dieses Künstlers gezeigt und das MMK wird sich, wie der Titel bereits suggeriert, in ein © MURAKAMI Museum verwandeln.

[...] Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl der wichtigsten Arbeiten des Künstlers aus dem gesamten Verlauf seiner künstlerischen Laufbahn. Im MMK werden mehr als 130 Arbeiten – Bilder, Skulpturen, Installationen und Videos – auf allen drei Ebenen gezeigt. Die Gestaltung der Ausstellung wurde von Takashi Murakami speziell auf die Architektur des MMK in Frankfurt abgestimmt und durch Arbeiten ergänzt, die extra für diesen Ort hergestellt wurden. Die Anordnung der Ausstellung ist nicht chronologisch, sondern folgt dem Rhythmus und der Choreografie des vorgegebenen Rahmens und den Anforderungen, die die entsprechen­den künstlerischen Arbeiten stellen. Dennoch erlaubt die Präsentation der Werke dem Betrachter, die künstlerische Entwicklung Murakamis nachzuvollzie­hen.

Takashi Murakami, 1962 in Japan geboren, ist der beispielhafte Vertreter einer Künstlergeneration, in deren Bildsprache sich Motive der Popkultur mit stilistischen Merkmalen traditioneller japanischer Kunst wie Flächigkeit, Muster und Ornament verbinden. Er hat ein umfangreiches und vielfältiges Œuvre geschaffen, mit dem er ein breites Publikum anspricht – von Kunstsammlern bis zu von Videospielen begeisterten Jugendlichen. Mit seiner an Andy Warhol, Keith Haring und Jeff Koons erinnernden Vorgehensweise beziehen sich seine Arbeiten nicht nur auf die Popkultur, sondern gehen einen Schritt weiter: Sie verschmelzen als Ganzes mit seinem Leben, um eine neue wechselseitige Verbindung zwischen Hoch- und Massenkultur zu knüpfen.

Und da er Bildwelten aus dem Konsum- und Medienbereich verwendet – Aspekte seines Alltagslebens (sowohl in den USA als auch in Japan) – entwickeln Murakamis Figuren eine gleichermaßen fantastische wie spirituelle Ikonographie, die er in Bildern, Filmen, Installationen und Skulpturen zum ­Leben erweckt. Im nächsten Schritt führt er die von ihm kreierten Figuren wieder dem Warenkreislauf zu, indem er sie als Merchandisingprodukte mit sehr hohen Auflagen auf den Markt bringt – zum Beispiel als Drucke, als Schlüsselanhänger, ­Anstecker oder T-Shirts. Essentieller Bestandteil der Ausstellung ist ein Murakami-Museums-Shop mit zahlreichen Kaikai Kiki Produkten, und in einem gesonderten Archivraum werden Hunderte Lizenzprodukte in Form von Multiples und Sammlungsobjekten präsentiert.Murakami deckt mit seinem internationalen Unternehmen Kaikai Kiki, Co., Ltd. ein beeindruckendes Aktivitätsspektrum ab. Zusätzlich zu seiner Rolle als Künstler, ist er als Kurator, Herausgeber, Event-Manager, Moderator einer Radioshow, Autor sowie als Kolumnist einer Tageszeitung tätig und managt überdies junge Künstler. Mit streng hier­archisch organisierten Arbeitsgruppen auf der Basis des Prinzips der Arbeitsteilung wird sein Atelier wie eine tradi­tionelle japanische Kunsthandwerksgilde betrieben. [Text: Museum]

Zum Museum:

http://www.mmk-frankfurt.de/mmk_d/03_ausstellungen00_ix.html

Denken

Finden Sie es von Vorteil, dass man sich an fast alles erinnern kann? Oder würden Sie es vorziehen, im Anschluß an eine Erfahrung jeweils selbst entscheiden zu können, ob diese restlos gelöscht werden soll?

Fragebogen zum Thema "Denken", Rolf Dobelli

Lesetipp: Küchenskulptur am Zürichberg





[Fotos: Designlines/Bruno Helbling]

Dort, wo die Stadt an der Limmat am schönsten (und natürlich auch am teuersten) ist, versteckt sich in einer auf dem ersten Blick unauffälligen Villa der Jahrhundertwende ein lichtdurchflutetes Apartment nebst Kochgelegenheit der ganz besonderen Art. Der in Zürich ansässige Architekt Gus Wüstemann baute hoch oben am Zürichberg eine Küche – fast ist man geneigt zu sagen eine Skulptur –, die frei im Raum schwebt. Zur Besichtung geht's hier: