Freitag, 26. März 2010

Lesetipp: Haute Cuisine im Industriegebiet







[Fotos: Designlines/ Amador GmbH]

Dort, wo Frankfurts Banken und Nobelgeschäfte in weiter Ferne sind, hat Juan Amador das „Atelier 3.0“ eröffnet. In der Ferdinand-Porsche-Straße 13 mitten im Industriegebiet kann der interessierte Laienkoch sich beim Meister Anregungen holen und auch selbst schneiden, werkeln, ausprobieren und in die hohe Kunst der Sterne-Gastronomie hineinschnuppern. Hier wird gekocht im Design alla Italiana, denn der italienische Küchenhersteller Boffi übernahm die Innenraumgestaltung und lieferte das luxuriöse Kücheninventar für die Neuinterpretation des Kochstudios. Mehr:

http://www.designlines.de/praxis/Haute-Cuisine-im-Industriegebiet_964309.html

Donnerstag, 25. März 2010

Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

Podcast: Jerôme Minière

Verglichen

am Rest, ist das Leben ein sehr unwahrscheinlicher Zustand. Der Tod als Schwelle vom unwahrscheinlichen zum wahrscheinlichen Zustand.

[Rolf Dobelli]

Sonntag, 21. März 2010

Podcast: Sezen Aksu

Ausstellungstipp: Marianne Breslauer



[Fotos: Marianne Breslauer/ Fotostiftung Schweiz]

Bis zum 30. Mai 2010 ist in der Fotostiftung Schweiz in Winterthur die Ausstellung "Marianne Breslauer - Fotografien" zu sehen.

Marianne Breslauer hinterliess nur ein kleines [...] Werk, das sie in der Zeit zwischen 1927 und 1938 geschaffen hatte – jener Zeit also, in der sich die Fotografie von einer „malerischen“ Salonkunst zur radikalen „neuen fotografie“ wandelte, zu einem neuen künstlerischen Medium, das ganz auf die ihm eigenen Qualitäten baute. Marianne Breslauer stand mitten in diesem Umbruch und damit auch zwischen der Experimentierlust einer künstlerischen Avantgarde und der (vermeintlichen) Stabilität ihres grossbürgerlichen Elternhauses.

Marianne Breslauer wird am 20. November 1909 [...] in eine wohlhabende und kunstinteressierte Familie hineingeboren. Ihre Kindheit, Jugend- und Ausbildungszeit verbringt sie in einer von ihrem Vater, einem bekannten Architekten erbauten Villa in der Rheinbabenallee in Berlin. Eine Ausstellung der Berliner Porträtfotografin Frieda Riess in der Galerie Flechtheim weckt 1925 Marianne Breslauers Interesse für die Fotografie [...]. Im Unterschied zu vielen Autodidaktinnen wie Gisèle Freund oder Ilse Bing beginnt Marianne Breslauer ihre Karriere als Fotografin mit einer professionellen Ausbildung. Sie schreibt sich 1927 an der Abteilung für Bildnisphotographie der Photographischen Lehranstalt des Lette-Vereins [...] ein und beendet ihre zweijährige Lehre [...] vor der Berliner Handwerkskammer.

Danach zieht es sie nach Paris, wo Helen Hessel, Modekorrespondentin der Frankfurter Zeitung und Freundin der Familie den Kontakt zu Man Ray herstellt. Breslauer hofft mit ihm zusammenarbeiten zu können, doch kommt es anders: der berühmte Surrealist ermuntert die junge Fotografin, ohne seine Hilfe ihren eigenen Weg zu gehen. Sie folgt seinem Rat und entdeckt mit ihrer Kamera die faszinierende französische Metropole. Vor allem interessiert sie sich hier für das Leben der Clochards am Ufer der Seine, lässt sich aber gleichzeitig auch von der exklusiven Atmosphäre um die Pferderennen in Longchamps fesseln sowie vom Treiben des Foire an der Route d’Orléans. Wie viele junge zeitgenössische Fotografen schätzt Marianne Breslauer die Arbeiten von André Kertész und Brassaï und kommt ihren Vorbildern in ihren eigenen Fotografien ästhetisch sehr nahe. Doch auch die künstlerische Richtung des „Neuen Sehens“, die im Umfeld des Deutschen Werkbunds und des Bauhauses eine breite Aufmerksamkeit auf sich zog, lässt sie nicht unberührt.

Ihre Aufnahmen finden schnell den Weg in die Printmedien. Schon vor ihrer Rückkehr aus Paris werden zwei der Pariser Aufnahmen in Für die Frau, einer Beilage der Frankfurter Zeitung publiziert und 1930 setzt Breslauers fotojournalistische Tätigkeit ein. Sie findet eine erste Anstellung als Fotografin im Fotoatelier des Ullstein Verlags und arbeitet dort unter der ebenfalls am „Lette-Haus“ ausgebildeten Elsbeth Heddenhausen. Breslauer perfektioniert bei Ullstein ihren Umgang mit der Technik, erkennt aber auch bald, dass die schnelle Suche nach der Sensation und die gewisse Portion Unverfrorenheit, die sie als Reporterin benötigt, ihr nicht wirklich entsprechen. Ihr persönlicher Blick gilt vielmehr den Menschen und Details am Rande des urbanen Lebens. Nie setzt sie die Kamera als ein Instrument des Übergriffs oder der Überlegenheit ein, sondern beobachtet das Geschehen unbemerkt. Viele ihrer Aufnahmen werden in den neu aufkommenden illustrierten Zeitungsbeilagen und Magazinen des Ullstein Verlages wie Die Dame, Funk-Stunde oder Der Querschnitt publiziert, aber auch in anderen deutschsprachigen und vereinzelt sogar internationalen Publikationen. 1932 verlässt Breslauer das Ullstein Atelier und beginnt als selbstständige Fotografin zu arbeiten.Bis 1937 ist sie in den Bereichen Mode, Porträt, Werbung, Reisen, urbanes Leben und auch inszenierte Illustrationen für Zeitschriften tätig.

Einer ihrer thematischen Schwerpunkte liegt auf dem Porträt [...] in den verschiedensten Konstellationen inszeniert. Sie porträtiert immer wieder Freunde aus ihrem Berliner Umfeld sowie Kollegen und Bekannte aus der internationalen Kunstwelt in Aufnahmen, in denen die Grenzen zwischen klassischem Porträt, Modeaufnahme für Werbezwecke und filmischer Inszenierung verwischt sind. Das Bild der selbstbewussten „neuen Frau“ der zwanziger Jahre, welches eng mit Berliner Fotografinnen wie Yva verbunden wird, prägt Marianne Breslauer mit. Ihre Aufnahmen von Ruth von Morgen, Maud Thyssen oder Jeanne Remarque zeigen einige der „neuen Frauen“ – zu denen sie selbst auch gehört.

[...] Marianne Breslauer [reist] ab den frühen 1930er Jahren durch viele Länder Europas und den nahen Osten. 1931 zieht es sie nach Palästina und die Welt des Orients nimmt sie gefangen. Wie in Paris beobachtet sie auch hier die Einheimischen in den Strassen und Gassen Jerusalems oder porträtiert ihre schöne Freundin Djemila, zu deren Hochzeit sie gekommen war. Im Frühling 1933 reist sie im Auftrag der Agentur Akademia mit der Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach nach Spanien. Breslauers Fotografien dieser Reise sind keine sozialkritischen Aufnahmen, sondern sie konzentrieren sich auf die kulturellen Besonderheiten des Landes, die Architektur, erzählen von den Eigenarten seiner Bewohner. Doch finden die Ergebnisse der Spanienreise in Deutschland keine Veröffentlichung mehr. Die Nationalsozialisten haben die Deutsche Presse gleichgeschaltet und Marianne Breslauer kann als „Nicht-Arierin“ nicht mehr unter ihrem eigenen Namen publizieren. Dank der Vermittlung von Annemarie Schwarzenbach erscheinen schliesslich einige der Fotografien zusammen mit ihren Texten in der von Arnold Kübler geleiteten Zürcher Illustrierten.

Auch nach 1933 kehrt Marianne Breslauer immer wieder nach Berlin zurück. Die politischen Entwicklungen zwingen sie jedoch 1936 dazu, ihre Heimatstadt zu verlassen und nach Amsterdam zu übersiedeln. Im gleichen Jahr heiratet sie Walter Feilchenfeldt und das Paar emigriert 1939, nach der Besetzung der Niederlande durch die Nationalsozialisten, in die Schweiz, wo sie erst in St. Gallen, dann in Ascona und schliesslich in Zürich leben. Dort widmet sie sich bis zu ihrem Tod 2001 ganz ihrer Familie und dem Kunsthandel. Schon vor dem 2. Weltkrieg hatte sie ihre Laufbahn als Fotografin beendet – eine bewusste Entscheidung; wie Marianne Breslauer später selber erklärte, war das Medium Fotografie für sie ausgereizt: „Wenn ich weiter in dem Bereich gearbeitet hätte, wäre ich zum Film gegangen. Mit dem Fotografieren war ich fertig.“

Marianne Breslauers erste umfassende Retrospektive zeigt viele bisher unbekannte Originalfotografien sowie Neuabzüge ab Originalnegativen aus dem Nachlass der Fotografin, der seit 2003 von der Fotostiftung Schweiz betreut wird. Ergänzt wird die Ausstellung mit Leihgaben des Literaturarchivs in der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern, der Berlinischen Galerie in Berlin sowie privaten Leihgebern. Zusammen mit ihren persönlichen Alben und Publikations-Belegsheften, die der Öffentlichkeit überhaupt zum ersten Mal präsentiert werden, beleuchtet die Ausstellung Marianne Breslauers künstlerische Position im Spannungsfeld von radikalem Realismus des "Neuen Sehens", filmisch inszenierter Illustration und subjektiver Reportage. [Text: Martin Gasser und Kathrin Beer; gekürzt]


http://www.fotostiftung.ch/

Samstag, 20. März 2010

Donnerstag, 18. März 2010

Lesetipp: Augenschmaus – Vom Essen im Stillleben







[Fotos: Designlines]

Max Beckmann, Paul Cézanne, Jean Siméon Chardin, Willem Claesz Heda, Paula Modersohn-Becker, Pablo Picasso, Daniel Spoerri, Vincent van Gogh oder Andy Warhol – fast jeder Künstler hat sich an ihm versucht: dem Stillleben. Eine Ausstellung im Bank Forum Austria in Wien nähert sich nun anhand von 90 exemplarischen Werken der Geschichte des Essens im Stillleben. Das Stillleben als sich wandelndes Bedeutungssystem reflektiert nicht nur philosophische und sozialhistorische Zusammenhänge über die Jahrhunderte, sondern oftmals auch die Malerei an sich. Was gibt es da nicht alles zu entdecken an Köstlichem und manchmal Degoutantem, auf den Gemälden bisweilen als Trompe l’Œil gestaltet: buttriges Waffelkonfekt, erlegte flauschige Hasen, kostspieliges Meeresgetier, saure Zitronen, aufgebrochene Brotlaibe, perfekte Pfirsiche oder doppeldeutige Granatäpfel. Zum gesamten Artikel:

Ausstellungstipp: Was ist schön?



[Foto: DHMD]

Bis zum 2. Januar 2011 im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden.

Schönheit ist zu einem allgegenwärtigen Thema unserer Lebensführung geworden - als verführerisches Versprechen oder aber als unerreichbarer Wunschtraum. Im Widerspruch zu der verbreiteten Vorstellung, dass uns die Medien heute ein verbindliches Ideal von Schönheit diktieren würden, kommt die Ausstellung zu einem ganz anderen Schluss: Schönheit wird heute von den meisten Menschen als Differenz und Pluralität gelebt.

Was ist SCHÖN? präsentiert eine kritische Bestandsaufnahme des heutigen Schönheitsdiskurses. Die Ausstellung zeigt, welche Themenbereiche die Auseinandersetzung mit Schönheit heute prägen: Können die traditionellen ästhetischen Konzepte überhaupt noch Geltung beanspruchen? Welchen Einfluss nehmen beispielsweise die Mode und die Medien auf die ästhetischen Vorlieben? Welche Rolle spielen evolutionsbiologisch bedingte Vorprägungen bei unseren ästhetischen Urteilen? Welche Selbstbilder sind wirksam, wenn heute der Körper zunehmend zum Objekt von Schönheitstechniken wird? Wie und warum entscheidet Schönheit auch über den gesellschaftlichen Erfolg? Können Forschungszweige wie Neurologie oder Psychologie neue Antworten geben und Schönheit quasi wissenschaftlich objektiv beschreiben?

Besonders intensiv wird diese Vielschichtigkeit des Schönheitsdiskurses heute in der Bildenden Kunst reflektiert. Zahlreiche Arbeiten zeitgenössischer Künstler bereichern darum die Ausstellung mit ihren ganz eigenen Perspektiven und Positionen. Beteiligt sind u.a.: Matthew Barney, Patrycja German, Isabell Heimerdinger, Ulrike Rosenbach, Herlinde Koelbl, Stephanie Kramer, Mariko Mori, Julian Opie, ORLAN, Blaise Reuterswald, Martin Schoeller, Cindy Sherman, Juergen Teller, Rosemarie Trockel, Ari Versluis und Ellie Uyttenbroek. [Text: Museum]

http://www.dhmd.de

Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

Podcast: Louise Campbell

Mittwoch, 17. März 2010

Lesetipp: Kunstzeitschrift ES Nr. 5



[Foto: Kunstzeitschrift ES]

Hier geht es zur vollständigen Ausgabe:

http://www.kunstzeitschrift.es/#b

Ausstellungstipp: Katachi - Die leise Form aus Japan





[Fotos: Bauhaus-Archiv]

Ausstellung bis zum 2. Mai 2010 im Bauhaus-Archiv in Berlin.

Leuchten und Fächer, Schalen und Teedosen: Die in Kooperation mit dem Museum für Angewandte Kunst Frankfurt entstandene Ausstellung zeigt hundert Beispiele zeitgenössischen Produktdesigns aus Japan. Manche dieser Gegenstände werden seit Jahrhunderten fast unverändert hergestellt, andere interpretieren traditionelle Vorbilder neu. Auch ihre Materialien - Holz, Lack, Eisen, Bambus, Keramik oder Papier - stehen in einer langen Tradition. Handwerkliche Virtuosität und Sensibilität für das Material, eine schlichte, auf das Wesentliche reduzierte Form und absolute Funktionalität geben diesen Dingen ihre zeitlose Ästhetik: "Katachi" - eine faszinierende Verbindung von Design und Handwerk, von Tradition und Gegenwart. [Text: Museum]

Graues Haus

Der Zug durchfuhr die äußere Welt
Ich fühlte mich sehr einsam auf der orangen Sitzbank
Da waren Gartenzäune, Häuser und Blumen
Und sacht schob der Zug eine Bresche in die seltsame Luft.

Mitten zwischen den Häusern spross Grün
Und alles schien normal, ausgenommen ich
Es ist sehr lange her, dass ich die Freude verloren habe
Ich lebe in der Stille, sie umgleitet mich in breiten Flächen.

Der Himmel ist noch hell, schon ist die Erde dunkel;
Ein Riss in mir erwacht und wächst heran
Und dieser Abend, der sich auf die Basse-Normandie senkt
Riecht nach Ende, Schlussstrich und Bezifferung.


Michel Houellebecq, Der Sinn des Kampfes, Gedichte. Köln 2001.

Podcast: Erika Stucky

Truisms

BOREDOM MAKES YOU DO CRAZY THINGS CONFUSING YOURSELF IS A WAY TO STAY HONEST DEVIANTS ARE SACRIFICED TO INCREASE GROUP SOLIDARITY EVERYONE'S WORK IS EQUALLY IMPORTANT DREAMING WHILE AWAKE IS A FRIGHTENING CONTRADICTION EATING TOO MUCH IS CRIMINAL EVEN YOUR FAMILY CAN BETRAY YOU EXPIRING FOR LOVE IS BEAUTIFUL BUT STUPID FAKE OR REAL INDIFFERENCE IS A POWERFUL PERSONAL WEAPON FATHERS OFTEN USE TOO MUCH FORCE GRASS ROOTS AGITATION IS THE ONLY HOPE HIDING YOUR MOTIVES IS DESPICABLE HUMANISM IS OBSOLETE HUMOR IS A RELEASE

[Jenny Holzer]

Je

planmäßiger Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall.

[Friedrich Dürrenmatt]

Sonntag, 14. März 2010

Freitag, 12. März 2010

Neonbeleuchtet

Sie ging über einen Bürgersteig mit tiefen Löchern, sah einen Rollstuhlfahrer mitten auf der Autobahn und durch ein Fenster konnte sie ein Pappmaché-Skelett erspähen. Sie aber hatte etwas anderes vor und lief weiter, während ihre weißen Kniestrümpfe nach unten rutschten. An einer neonlichtbeleuchteten Bäckerei an der Ecke Progreso/ Mexicaltzingo machte sie Halt. Ihre kleine bestickte rosarote Lederbörse in der Hand, besah sie sich die Auslage, presste die Stirn an die Scheibe. Dahinter lauter zuckrig-klebrige, kunterbunte Köstlichkeiten. Zierrat überall, inmitten von staubigen Holzregalen, vor gesprungenen Mauerwänden. Manch einer hätte sich vielleicht erschreckt, sie jedoch sah voller Entzücken darauf. Auf den farbig dekorierten Schädeln war in kunstvoller Schrift Pedro, Maria, Isabel und Javier graviert. So einen wollte sie haben und Großmama Esperanza noch heute Abend bringen. Oder doch lieber ein schokoladiges Etwas, das sich bei näherem Hinsehen als Miniatursarg entpuppte? Sie ging hinein und schloss die halbblinde Tür hinter sich. Fast fühlte sie sich der Ohnmacht nahe ob so viel unwiderstehlicher Gerüche. Das Marzipan hatte es ihr ganz besonders angetan. Und die grellgrünen Blüten aus Zuckerguss auf dem wohlgeformten Schädel. Großmama Esperanza würde sie lieben und vielleicht noch einmal sprechen zu ihr. Nach einer Weile hatte sie sich entschieden: der da, der sollte es sein. Hastig lief sie zurück über den holprigen Bürgersteig, ganz hinauf – die Papiertüte in der einen, die kleine bestickte rosarote Lederbörse in der anderen Hand. Außer Atem raschelten tausende von gelben Papierblüten unter ihren Füßen und sie fühlte, dass sie Großmama Esperanza immer näher kam. Auf dem Friedhof oben am Berg spielte sie schon, die Musik. Und forderte auf zum Tanz mit den Toten.

[C. Hoff]

Podcast: Christoph Waltz und die wilden Tiere

Donnerstag, 11. März 2010

Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

Von einem

gewissen Punkt an gibt es keine Rückkehr mehr. Dieser Punkt ist zu erreichen.

[Franz Kafka]

Mittag

Die Rue Surcouf liegt da, verregnet;
Weit da hinten ein Metzger und Traiteur.
Eine verliebte Amerikanerin
Schreibt dem Auserwählten ihres Herzens.

Das Leben plätschert in kleinen Wellen dahin;
Die Menschenwesen unter ihren Regenschirmen
Suchen einen Ausweg
Zwischen Panik und Langeweile
(Zertretene Kippen im Dreck).

Existenz in geringer Lautstärke,
Langsame Bewegungen eines Bulldozers;
Ich habe ein kurzes Zwischenspiel durchlebt
In dem auf einmal menschenleeren Café.


[Aus: Michel Houellebecq, Der Sinn des Kampfes, Gedichte, Köln 2001]

Auf den Straßen Manhattans

Du blickst nach oben

Du ahnst den Abgrund, in dem
das gründet

Du gehst auf einem Seil

Ein Seiltänzer der
Nach oben blickt


[Aus: Reiner Kunze. Auf eigene hoffnung & eines jeden einziges leben. gedichte. Frankfurt am Main 1999]

Podcast: Hans Richter - Rhythmus 21

Mittwoch, 10. März 2010

Podcast: Sade

Ausstellungstipp: Kochen – essen – reden: satt?



[Foto: Museum]

26. März bis 29. August 2010

Museum für Kommunikation Berlin

„Sprich nicht mit vollem Mund!“, wer erinnert sich nicht an diese Ermahnung. Aber wo bleibt die Verständigung, wenn man beim Essen nicht reden darf? Ob beim privaten Kaffeeklatsch oder Sonntagsbraten, beim Party-Buffet oder Gala-Dinner eines Staatsaktes – Anlässe zum Essen sind auch immer Anlässe zum Reden. Gemeinsames Essen stiftet Gemeinschaft, leitet Beziehungen und Freundschaften ein und gehört zum Leben dazu – angefangen mit dem Fest der Taufe bis zum Leichenschmaus. Nicht nur das Essen, auch die Vorbereitung, das Kochen, wird zunehmend Anlass zur Kommunikation, wie viele Sendeformate rund ums Kochen zeigen.

Welchen zentralen Stellenwert das Essen als soziales und kommunikatives Ereignis hat, wird bei einem Gang durch die Ausstellung deutlich. Sowohl medial vermittelte als auch reale Kommunikationsanlässe von Kochen und Essen in Deutschland stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Die Betrachtung ist interdisziplinär: Sie zeigt Rückblicke in die Geschichte, Seitenblicke auf amüsante Anekdoten, präsentiert Darstellungen in Kunst und Literatur ebenso wie alltägliche Rituale und mediengeschichtliche Vergleiche. Dabei werden bisweilen überraschende Zusammenhänge bewusst gemacht. [Text: Museum]

http://www.mfk-berlin.de/index.php?id=148

Dienstag, 9. März 2010

Lesetipp: Weniger Form, mehr Inhalt: „iF poduct design award“ 2010








[Fotos: Designlines]

57 Jahre ist er inzwischen alt, der „iF product design award“, der letzte Woche auf der Computermesse „Cebit“ in Hannover verliehen wurde. Und ein wenig in die Jahre gekommen ist auch die Zeremonie, während derer die 50 Preise in Gold verliehen wurden. Dieses Jahr war dort nicht nur von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Design und die Absatzzahlen die Rede, sondern auch davon, wie Produkte zukünftig aussehen sollten und was Designer alles tun müssen, um diesen Anforderungen zu genügen. Weniger Form, mehr Inhalt – auf diese Formel brachte Fritz Frenkler, Juryvorsitzender und seines Zeichen Designer, die Gestaltungsmaxime der Zukunft. Zum Artikel:

http://www.designlines.de/feel/Weniger-Form-mehr-Inhalt-iF-product-design-award-2010_964253.html

Sonntag, 7. März 2010

Samstag, 6. März 2010

Donnerstag, 4. März 2010

Lesetipp: Martin Bergmann/ EOOS











[Fotos: Designlines]

Martin Bergmann gründete zusammen mit Gernot Bohmann und Harald Gründl 1995 das Designstudio EOOS. 1963 in Lienz/Osttirol geboren, studierte er Industriedesign an der Universität für angewandte Kunst in Wien. EOOS arbeitet vorrangig im Produkt- und Möbeldesign sowie in der Designforschung. Die drei in Wien ansässigen Designer betrachten Design als poetische Disziplin, die sich im Spannungsfeld zwischen Archaik und High-Tech bewegt. Zu ihren Kunden zählen Unternehmen wie Alessi, Armani, Bulthaup, Duravit, Walter Knoll oder Zumtobel. Das Designtrio ist mit mehr als 60 internationalen Designpreisen ausgezeichnet worden. Neben dem „Compasso d’Oro“ für das von Matteograssi produzierte Sitzsystem „Kube“ (2004) erhielt EOOS vor kurzem den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in Gold für das Küchensystem „b2“ von Bulthaup. Wir trafen Martin Bergmann auf der Ambiente in Frankfurt und sprachen mit ihm über die Freude am Kochen, die Poetische Analyse und warum er sich als Student an einem Schaufenster die Nase platt drückte. Zum Gespräch: