Samstag, 26. September 2009

Produktvorstellung: "Tivoli" von Jørn Utzon



[Foto: Unique Copenhagen]

http://www.uniquecopenhagen.com/

Ausstellungstipp: Thomas Demand









[Fotos: Thomas Demand, VG Bild-Kunst, Bonn 2009]

Noch bis zum 17. Janur 2010 ist in der Neuen Nationalgalerie in Berlin die Ausstellung "Thomas Demand. Nationalgalerie" zu sehen.


Die umfangreiche Einzelausstellung widmet sich einem der wichtigsten Themen in dem facettenreichem Werk des 1964 in München geborenen Künstlers: Deutschland. Die rund 40 ausgestellten Arbeiten beschäftigen sich mit gesellschaftlichen und geschichtlichen Ereignissen in Deutschland, vorwiegend seit 1945. Es ist daher kein Zufall, dass die Ausstellung mit den Jubiläen zweier historischer Ereignisse der deutschen Geschichte zusammenfällt: der Gründung der Bundesrepublik Deutschland vor 60 Jahren und dem Mauerfall vor 20 Jahren.

Thomas Demands Arbeitsweise geht über die Fotografie hinaus: In der Regel dienen dem Künstler Bildvorlagen aus der Berichterstattung der Massenmedien als Ausgangspunkt für den Bau raumgreifender Skulpturen aus Papier und Pappe, die die zweidimensionale Vorlage in die Dreidimensionalität übersetzen. Diese räumlichen (Re)konstruktionen fotografiert der Künstler mittels Großbildkamera, bevor er die papierenen Skulpturen zerstört. Auf den Vorlagen vorhandene Gebrauchsspuren, Details und abgebildete Personen werden nicht in den lebensgroßen Nachbau übernommen. So entstehen Phantombilder von "Tatorten" abwesender Ereignisse, die einerseits bekannt erscheinen, andererseits ungreifbar bleiben.Demands rekonstruktive Beschäftigung mit Bildern, die eine Bedeutung tragen oder zu tragen scheinen, lenkt unsere Aufmerksamkeit auf unser Rezeptionsverhalten gegenüber visuellen Medien und deren Einfluss auf unsere Erinnerung. In der Ausstellung werden die Arbeiten durch hierzu entstandene Bildlegenden von Botho Strauß begleitet, die die Werke jedoch nicht erklären, sondern als eigenständige Texte neue Lesarten eröffnen.

Für das in der Ausstellung vor Augen geführte Erinnerungspanorama deutscher Geschichte könnte kaum ein Ort passender sein als die große Glashalle der Neuen Nationalgalerie. Mies van der Rohes Bauwerk stellt nicht nur eine Inkunabel der Nachkriegsarchitektur dar, sondern ist auch ein Symbol für das Selbstverständnis der BRD an der ehemaligen innerstädtischen Grenze.

Die Ausstellung wird von einer Publikation und der umfangreichen, wöchentlich stattfindenden Vortragsreihe "How German is it?" begleitet. Ausgehend von jeweils einem der gezeigten Werke, sprechen Künstler, Politiker, Wissenschaftler, Filmemacher, Schriftsteller, Soziologen, Unternehmer und Ökonomen aus dem In- und Ausland über Aspekte der deutschen Kultur, Gesellschaft und Geschichte. [Text: Museum]

Freitag, 25. September 2009

Ausstellungstipp: ai weiwei - so sorry







[Fotos: Ai Weiwei]

Vom 12. Oktober 2009 bis 17. Januar 2010 findet im Münchner Haus der Kunst die Ausstellung "ai weiwei - so sorry" statt.

„darum dreht sich doch die freiheit: alles in frage zu stellen.“

ai weiweiai weiwei (*1957) gilt als der bedeutendste chinesische künstler der gegenwart. sein projekt „fairytale“, 2007 publikumsmagnet der documenta in kassel, machte ihn international berühmt: 1001 chinesen ließ er für „fairytale“ einfliegen; es war das größte projekt, das je für die documenta konzipiert wurde. gemeinsam mit den architekten herzog & demeuron entwarf ai weiwei das nationalstadion für die olympischen spiele 2008 in peking, das sogenannte „vogelnest“.für die produktion seiner kunstwerke eignet sich ai weiwei zunächst objekte an – chinesische antiquitäten etwa oder spirituelle artefakte –, um sie dann zu verändern. mal übermalt er antike tongefäße mit industriefarben, mal verwandelt er 500 jahre alte tempelbalken in hölzerne landkarten, oder er zertrümmert antike urnen auf steinplatten. so schafft ai weiwei neue zusammenhänge und stellt pointiert die frage, wie altes und neues nebeneinander bestehen kann, wie die neue qualität von tradition aussehen könnte und wie sich china zu sich selbst verhält. ai weiwei: „vorhandenes in eine neue richtung zu entwickeln, ist nicht nur interessant, sondern notwendig".

neben vielen werken aus den unterschiedlichsten medien, wird ai weiwei in seiner ausstellung zwei arbeiten zeigen, die er eigens für das haus der kunst produziert hat. eines davon ist „remembering“ - eine arbeit für die fassade des haus der kunst. „remembering“ besteht aus 9.000 eigens angefertigten rucksäcken, mit denen der künstler das erdbeben in sichuan ins gedächtnis ruft. denn bei den eingestürzten schulen fanden sich viele rucksäcke der verschütteten kinder. jeder rucksack hat eine von insgesamt fünf verschiedenen farben; ihre anordnung ergibt in chinesischen schriftzeichen den satz „sieben jahre lang lebte sie glücklich in dieser welt", mit dem die mutter eines erdbebenopfers ihrer tochter gedachte. in seiner ausstellung wird sich ai weiwei zudem mit den bedingungen auseinandersetzen, unter denen autoritäre regimes und kulturelle diktaturen existieren. ai weiwei ist ein scharfer kritiker der politischen führung chinas und fordert ein ende der zensur. im august wurde er wegen seiner politischen aktivitäten kurzzeitig festgenommen; sein blog im internet mehrfach geschlossen. auf einladung des haus der kunst schreibt er nun im eigens für die ausstellung eingerichteten blog erstmals in englischer sprache. [Text: Museum]

aiweiwei.blog.hausderkunst.de

Webtipp: Ai Weiwei



[Foto: Ai Weiwei]

aiweiwei.blog.hausderkunst.de

Lesetipp: Milchkaffee à la française






[Fotos: Designlines]

Matali Crassets strenge, fast mönchisch anmutende Frisur steht im Gegensatz zu ihren lockeren, gute Laune verbreitenden Entwürfen – seien es nun Interieurs oder Möbel. Im Unterschied zu vielen anderen Projekten der Französin geht es bei ihrem aktuellen Innenausbau – einer ehemaligen Druckerei – jedoch farbig zurückhaltend zu. Gemeint ist die Cafeteria des Performancestudios „Ménagerie de Verre“ in der Rue Léchevin im 11. Arrondissement der französischen Hauptstadt. Weiter zum gesamten Artikel:

Donnerstag, 17. September 2009

Lesetipp: Wie ein Nilpferd in die Porzellanschale kam







[Fotos: Museum Bellerive/Designlines]

Was gibt es nicht alles an Gold, was in Wahrheit gar nicht gülden glänzt: schwarzes Gold, grünes Gold und rotes Gold. Der Werkstoff Porzellan wurde jahrhundertelang als „weißes Gold" bezeichnet. Wohl deshalb heißt eine Ausstellung, die derzeit im Zürcher Museum Bellerive gezeigt wird, genauso. Hier sind sie zu sehen die Preziosen der Porzellankunst. Und nicht nur Liebhaber alter Porzellane mit großen Namen kommen am Zürichsee auf ihre Kosten – nein, es gibt auch ein Nilpferd in einer Schale von Hella Jongerius oder skurril-schauerliche Skulpturengruppen von Barnaby Barford zu bestaunen. Weiter zum Artikel:

http://www.designlines.de/feel/Wie-ein-Nilpferd-in-die-Porzellanschale-kam_820518.html

Mittwoch, 16. September 2009

Produktvorstellung: Maike Dahl










[Fotos: www.maikedahl.de]

http://www.maikedahl.de/index.html

Ausstellungstipp: Berlin 89/09






[Fotos: Berlinische Galerie]

Ausstellung: 18. September 2009 - 31. Januar 2010 in der Berlinischen Galerie

Mit dem Mauerfall stand Berlin über Nacht im Zentrum einer neuen Aufmerksamkeit. Vom Repräsentant zweier gegensätzlicher Gesellschaftssysteme wurde die Stadt zum Grad­messer der Wiedervereinigung und zur Projektionsfläche gesellschaftlicher, kultureller und architektonischer Neuentwürfe. Der tiefgreifende Wandlungsprozess, der sich seither in Berlin ereignet, wurde dabei nicht nur von zahlreichen öffentlichen Debatten um die Konstruktion der neuen Hauptstadt begleitet, sondern war von Beginn an Thema künstlerischer Recherche und Intervention und wurde Auslöser kommentierender, alternativer wie utopischer Entwürfe.

Mit der Ausstellung Berlin 89/09 – Kunst zwischen Spurensuche und Utopie zieht die Berlinische Galerie zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer eine vorläufige Bilanz des Wandels, der durch dieses historische Ereignis in der deutschen Hauptstadt ausgelöst wurde.

Die Ausstellung präsentiert in den Kapiteln „Spurensuche“, „Panorama des Wandels“ und „alternative Konzepte“ Werke international bedeutender Künstlerinnen und Künstler, die sich mit den teils dramatischen, teils nur unmerklichen Veränderungen in der architektonischen und urbanen Struktur der Hauptstadt befasst haben – Veränderungen, die exemplarisch für ganz Deutschland und weite Teile Mittel- und Osteuropas stehen. Zahlreiche Werke waren bisher in Berlin noch nicht zu sehen oder werden speziell für diese Schau entstehen. Andere entstanden temporär für bestimmte Orte oder fanden nur im Verborgenen statt und werden für die Ausstellung erstmals wieder rekonstruiert. [Text: Museum]

Mittwoch, 9. September 2009

Webtipp: Barnaby Barford



[Foto: Barnaby Barford]

Der britische Künstler Barnaby Barford liebt Brechungen des Gewohnten und Skurriles wie diese Skulptur "That wasn't in the script!" zeigt. Mehr zu seiner Arbeit findet Ihr hier:

Produktvorstellung: Rehkitz



[Foto: Nymphenburg]

Diese herzige Schale entwarf die niederländische Designerin Hella Jongerius für die Porzellanmanufaktur Nymphenburg. Die Tierfigur stammt aus dem Archiv von Nymphenburg, das Dekor auch - neue ist die Mischung von beidem. Es gibt auch noch Vögel, Schnecken, Hasen und Nilpferde in der Tierschalen-Kollektion der Designerin.

http://www.nymphenburg.com/de/nymphenburg/

Sonntag, 6. September 2009

Lesetipp: Als John F. Kennedy sich in Braun verliebte









[Fotos: Braun]

Es gibt sie wohl in jedem Unternehmen, diese kleinen amüsanten Anekdoten. Bei Braun kolportiert man die folgende: Als der amerikanische Präsident John F. Kennedy am 25. Juni 1963 in der Frankfurter Paulskirche eine Rede hielt, war es so warm, dass ein Tischventilator her musste. Und da kam Braun mit seinen Elektrogeräten ins Spiel und lieferte das Wunschobjekt. Kennedy gefiel der von Reinhold Weiss entworfene Tischventilator „HL 1“ so sehr, dass er ihn just mit in die USA nahm. Diese Begeisterung verwundert nicht, war doch das Design von Braun zu dieser Zeit revolutionär modern. Und das gilt auch für die Haushaltsgeräte, angefangen von Kaffeemaschinen, über elektrische Entsafter bis hin zu den Küchen-Alleskönnern. Weiter zum Artikel:

Bild des Tages



[Foto: C. Hoff]

Podcast: Eileen Grey und Le Corbusier

Tatort Côte d'Azur – die Designerin Eileen Gray und ihre leidvolle Geschichte mit Le Corbusier

Eileen Gray ist eine der wenigen bekannten weiblichen Designerinnen des 20. Jahrhunderts. Dass sie auch als Architektin wirkte, ist hingegen weniger bekannt. An der Küste von Roquebrune, in der Nähe von Monte Carlo, steht das von ihr gebaute Haus E 1027. Gleich daneben das Cabanon von Le Corbusier, eine durchgestylte Holzhütte. Le Corbusier und Eileen Gray lernten sich um 1930 kennen. Bald entwickelte Le Corbusier eine Obsession für Gray und ihr Sommerhaus. Er ging sogar soweit, in ihrer Abwesenheit acht grossflächige Wandgemälde an die Mauern ihres Hauses zu malen. Ein Akt der Vergewaltigung.Tatort Côte d'Azur – die Designerin Eileen Gray und ihre leidvolle Geschichte mit Le Corbusier. [Text: SF, Kulturplatz] Zum Podcast:

http://videoportal.sf.tv/video?id=857de2f9-cc2f-4d66-967e-36d14aad5232;DCSext.zugang=videoportal_aehnlichevideos