Donnerstag, 28. März 2013

Ausstellungstipp: LOOS zeitgenössisch




















[Fotos: MAK]

Museum für Angewandte Kunst (MAK), Wien
Bis 23. Juni 2013

Die vom Loos-Experten Yehuda E. Safran für das CAAA Guimarães, Portugal, entwickelte Ausstellung LOOS. Zeitgenössisch dokumentiert den Einfluss von dessen OEuvre auf die Baukultur der letzten hundert Jahre, wie Werke von u. a. Le Corbusier, Hermann Czech, José Paulo Dos Santos, Eileen Gray, Herzog & De Meuron, Friedrich Kiesler, Rem Koolhaas, Richard Neutra, Aldo Rossi, Rudolph M. Schindler, Eduardo Souto de Moura, Ludwig Wittgenstein belegen. Anhand von Entwürfen, Modellen, Möbeln, Fotos und Publikationen sowie Interviews thematisiert die Ausstellung das nie endende Bemühen um eine Balance zwischen Innen- und Außenwelt.

Zeitgenössische „Wiener Positionen“ zu Loos in Form von Arbeiten von Künstlern und Architekten wie z. B. Heinz Frank und Hubmann/Vass Architekten ergänzen die Wiener Station der Ausstellung ebenso wie der Rückblick auf wichtige Loos-Präsentationen und die Loos-Forschung in Wien. Das Rahmenprogramm mit Filmen, Diskussionen, Vorträgen und Führungen rundet den umfassenden Einblick in die Thematik ab. [Text: Museum]

www.mak.at

Bild des Tages [Millenium Park, Chicago]




























[Foto: C. Hoff]

Nasse Zellen


Neulich hätte ich beinahe meine Tasche ertränkt. Wie das passieren konnte? Nun, ich habe in die Zukunft des Wohnens geschaut. Mitten in Berlin steht am Alexanderplatz das e-Wohnhaus. Das ist ein Versuchslabor mit Wohnzimmer, Küche und Büro. Und einem Badezimmer. Dort hatte ich meine Tasche kurz im Waschbecken abgestellt. Und dabei die Armatur aus Edelstahl unterschätzt. Ein Schwall Wasser schoss heraus. Unangekündigt. Mitten auf meine Tasche. Der Bewegungssensor hatte sie mit meiner Hand verwechselt. Dazu wäre es nicht gekommen, hätte der Architekt an eine Ablagefläche gedacht. Ich reise viel und wundere mich immer wieder. Nicht über französische Stehtoiletten, indonesische Mandis oder Plumpsklos in Sri Lanka. Ich wundere mich, woran Architekten und Designer denken, wenn sie ein Badezimmer planen. Vielleicht an Waschbecken mit Lotus-Effekt, handgefertigte Fliesen oder schicke Armaturen? Zu selten jedenfalls an Funktionalität. Anders kann ich mir nicht erklären, was ich neulich in einem Luxushotel am Gardasee erlebt habe. Die Zimmer waren zwar mit italienischen Möbeln eingerichtet, doch zeigte sich mal wieder: Optik ist nicht alles. Die in die Ecke gezwängte Dusche war geringfügig größer als in einem Wohnmobil. Die Badewanne aus Corian nahm das halbe Badezimmer ein. Doch statt Platz für Badefreuden zu bieten, war sie komplett verschnitten. Die Kosmetikartikel verschwanden in einen Schlitz hinter dem Waschbecken. Wozu der da war? Das kann ich mir bis heute nicht erklären. Apropos Waschbecken: Die Armatur war genau in der schmalsten Ecke angebracht. Egal, muss man sich die Haare eben in der Dusche waschen. Kaum noch erwähnenswert, dass der Vergrößerungsspiegel an der falschen Stelle saß. Statt roter Lippen sah ich die Fussel auf meinem Pulli in Fünffach-Vergrößerung. Wenigstens hat meine Tasche den Wasserschwall unbeschadet überstanden.  
 
Claudia Simone Hoff


Lesetipp: Auf diese Steine können sie bauen








 










[Fotos: Seifried & Mack; Designlines]

Der Gast wird begrüßt von einem überlebensgroßen Fuß aus Styropor. Der steht auf einem weißen Podest, gerahmt von einem orientalisch anmutenden Fliesendekor. An der Decke hängt ein schwarzes, spinnenartiges Leuchtobjekt, während an der Wand hunderte, aus Stahlblech gelaserte Vögel entlang schwärmen. Kein ganz gewöhnliches Hotel steht da in der Altstadt von Schwäbisch Hall. Zu verdanken ist diese gestalterische Extravaganz einer kompletten Umgestaltung durch das Designbüro Seifried & Mack. Das legte dabei besonderes Augenmerk auf die Einrichtung der Badezimmer. Weiter zum Artikel:

www.designlines.de

Freitag, 22. März 2013

Ausstellungstipp: Alex Katz / Landschaften






 

 








[Fotos: Museum]

Haus Konstruktiv, Zürich
7. März bis 12. Mai 2013

Als erstes Schweizer Museum widmet Haus Konstruktiv dem grossen amerikanischen Maler Alex Katz eine umfangreiche Solo-Show. Auf drei Stockwerken zeigt das Museum Haus Konstruktiv Arbeiten von 1949 bis heute, darunter auch Werke, die bislang kaum oder noch nie in einer Institution präsentiert wurden.

Das Thema der Ausstellung, «Landscapes», kreist um die Beobachtung, dass es gerade die Landschaft – auch als metaphorische Grösse – ist, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Œuvre von Alex Katz zieht. Landschaften werden hier also nicht nur im herkömmlichen Sinne als Naturlandschaften verstanden, sondern als ein optionales Terrain für verschiedene Zusammenhänge und Konstellationen. Mit dieser bewussten Wahl soll deutlich werden, dass Katz auch deshalb immer wieder das Sujet der Landschaft wählt, um es für eine Art Grundstimmung zu nutzen, in der sich auch soziale oder philosophische Fragen unserer Lebenswirklichkeit widerspiegeln. Daher zeigen wir ergänzend auch ausgewählte Beispiele seiner Figurenbilder.[Text: Museum]

Bild des Tages [Frühling]





















[Foto: C. Hoff]

Rot sehen


Neulich habe ich mit eingeschaltetem Licht geschlafen. Unfreiwillig. Dabei habe ich gar keine Angst vor der Dunkelheit – ich war lediglich zu Besuch in Istanbul und zwar in einem Designhotel. Nun könnte man meinen, dass eine ziemlich teure Unterkunft nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch funktional gestaltet ist. Weit gefehlt. Bereits im Eingangsbereich war es so dunkel, dass die Treppenstufen zur Stolperfalle wurden – auch ohne halsbrecherische Highheels an den Füßen. Hatte man den Fahrstuhl unbeschadet erreicht, folgte der visuelle Tiefschlag: die Verzierung mit geschliffenen Kristallen, die sich im Spiegel multiplizierten. Offensichtlich hatte sich der Designer seinen Traum vom Orient erfüllt. Auch das Zimmer entlockte mir keinen Freudenschrei.

Nicht nur, dass es statt eines Badezimmers drei klaustrophobische Einschübe mit Toilette, Dusche und Waschbecken gab – das Licht entpuppte sich als nicht zu lösendes Rätsel aus Tausendundeiner Nacht. Ich fand zwar keinen Schalter, mit dem ich den gesamten Raum beleuchten konnte, dafür aber ein multifunktionales Bedienelement. Damit tauchte ich das Bett in schummrige Lichtkegel. Je nach Stimmung war jetzt alles möglich. Nun sah ich rot. Denn meinen Krimi konnte ich vergessen, so düster war es. Richtig kriminell aber wurde es erst, als ich versuchte, das Licht über dem Waschbecken auszuschalten – vergeblich. Zugegeben, ich bin technisch nicht besonders versiert.

Doch da bin ich nicht die einzige, wie ich am Frühstückstisch erfuhr. Nur ein Gast hatte herausgefunden, wie das Licht zu löschen war: die unpraktische Faltwand vor dem Waschbecken bis zum Anschlag schließen. Eigentlich ganz logisch, oder? Am Ende habe ich übrigens das Hotel gewechselt. Das hatte zwar weniger Sterne und war auch nicht wirklich schön, doch beim Eintreten seufzte ich erleichtert: Der Lichtschalter war dort, wo er hingehörte. Einmal draufgedrückt und alles war erleuchtet!

Claudia Simone Hoff

Ausstellungstipp: Dysthe Design. Swinging 60























[Fotos: Museum]

Nationalmuseum, Oslo
5. Mai bis 22. August 2013

Sven Ivar Dysthe (b. 1931), one of Norway’s foremost designers, can look back on a career spanning sixty years. He got off to a flying start when, as a student at the Royal College of Art in London, he was asked to design a wooden casket for the college’s coronation gift to Queen Elizabeth II in 1953. Since then his design work has become known internationally, through export successes such as 1001, Planet and Laminette. The latter has been one of the most frequently used chairs in the Norwegian public sector, a model virtually everyone has sat on at one time or another. As an industrial designer he also made his mark on the world of skiing with his revolutionary plastic ski-bindings in the 1960s and 70s, while his chair design Gardist has ensured comfortable sitting at Norway’s main airport, Gardemoen.This multiple prize-winning designer has played a key role in the relaunch of many of his best-known designs, including the Planet, Laminette, Popcorn and Prisma chairs, ensuring that his work will also be enjoyed in the future. [Text: Museum]

www.nasjonalmuseet.no

Donnerstag, 21. März 2013

Lesetipp: Die amerikanische Art

















[Fotos: Hersteller; Designlines]

Anfang März fand in Chicago die International Home + Housewares Show mit Tableware, Accessoires und Elektrogeräten für die Küche statt – das nordamerikanische Pendant zur ambiente. KitchenAid, Dansk, Le Creuset, Jura und Bodum waren einige der insgesamt 2137 Hersteller, die am Lake Michigan ihre Produktneuheiten präsentieren. Für gestaltungsaffine Besucher war vor allem das Messespecial Discover Design lohnenswert. Weiter zum Artikel:

www.designlines.de

Dienstag, 12. März 2013

Lesetipp: Arne Jacobsen und das neue Badezimmer

















[Fotos: Vola; Designlines]

Sie ist ausgesprochen formschön, mit großer handwerklicher Präzision gefertigt, funktional und nachhaltig: die Vola-Armatur von Arne Jacobsen. Zum 45. Geburtstag des erfolgreichen Klassikers aus Dänemark haben wir die Geschichte des Unternehmens etwas genauer unter die Lupe genommen und festgestellt: Arne Jacobsens epochaler Entwurf ist auch Dreh- und Angelpunkt jeder Neuentwicklung von Vola. Zum Artikel:

Lesetipp: Kontrastprogramm








 











[Fotos: Christian Haas; Theresienthal; Designlines]

Mit den Bienen fing es an. Dann folgten Astronauten, Aras und Orang-Utans. Kunstvoll in Glas graviert und geschliffen. Gestaltet von Christian Haas, zieren diese wunderbaren Geschöpfe die Glaskreationen der bayerischen Kristallmanufaktur Theresienthal. Erfahren Sie bei uns, wie die fragilen Objekte entstanden sind. Zum Artikel:

www.designlines.de

Samstag, 9. März 2013

Unterwegs auf der International Home + Housewares Show in Chicago







































[C. Hoff]

Die größte amerikanische Haushaltswaren-Messe findet in Chicago statt. Anfang März war es wieder soweit: Vor allem amerikanische und europäische Hersteller präsentierten ihre Neuheiten auf der International Home + Housewares Show. Für das europäische Auge gab es allerlei Interessanten, zuweilen auch Kurioses zu entdecken: Popcorn-Maschinen, riesige Grills, elektrische Wasserkocher aus Glas und Porzellan oder kunterbunte Donut-Formen. Für das Designauge gab es auch etwas zu schauen: Joseph Joseph stellte seine Edelstahl-Kollektion zum zehnjährigen Geburtstag vor und Sebastian Conran hat mit Universal Experts seine eigene Marke gelauncht. Fazit: Die Hersteller setzen auf multifunktionale Dinge, die auch Platz in der kleinsten Küche finden. Nur die Amerikanern kann es oft nicht groß genug sein. Deren Motto: The bigger, the better!

www.housewares.org